Im Kindergarten von St. Leonhard bei Siebenbrünn sind seit Jahren die Plätze knapp. Eine Lösung gibt es eventuell erst 2020. Betroffene melden sich jetzt zu Wort.

„Ich fühle mich von den Verantwortlichen im Stich gelassen. Es ist keine unbekannte Situation, dass es zu wenig Kindergartenplätze gibt – und das schon seit Jahren“, macht Britta Frank ihrem Unmut Luft. Für ihren jüngsten Sohn Gabriel (am Bild mit seiner Oma) hat die zweifache Mutter, wie auch andere Betroffene, im Pfarrkindergarten Triangel von St. Leonhard keinen Platz mehr bekommen. Frank: „Wir stehen nicht einmal auf der Warteliste. Auch bei Gabriels älterem Bruder war es schon sehr knapp mit dem Kindergartenplatz.“ Seitens der Gemeinde Arnoldstein sei man sich dieses Problems bewusst, wie Bürgermeister Erich Kessler in einer Stellungnahme erklärt. Der Sachverhalt ist mir bestens bekannt. Nicht zuletzt entsteht die Problematik erst durch eine positive Bevölkerungsentwicklung in unserer Gemeinde, im Speziellen im Großraum Riegersdorf“, so Kessler und erklärt weiter: „Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bevölkerungsentwicklung wurde bereits offiziell kommuniziert, dass eine Aufstockung der Kapazitäten in Gemeinsamkeit mit der Betreiberin des Pfarrkindergarten Triangel für das Kindergartenjahr 2020/21 in Erwägung gezogen wird.“ Laut der Gemeinde handle es sich um etwa zehn betroffene Kinder. Kessler: „Dafür bieten wir einen garantierten Platz in Arnoldstein an.“

Keine Lösung
„Das weiß ich, ist aber alles andere als praktisch“, kontert Frank. „Für jeden, der nach Villach in die Arbeit fahren muss, ist es schwierig. Vor allem, wenn ältere Geschwister in St. Leonhard in die Schule gehen. Der Große muss in die Schule gebracht werden, danach oder davor den Kleinen nach Arnoldstein bringen – und um 8 Uhr sollte man in Villach zur Arbeit erscheinen – wie soll sich das ausgehen?“ Laut Frank fehle im Kindergarten St. Leonhard mindestens eine Gruppe: „Es stimmt, es wohnen extrem viele Familien hier. Ich kenne mehrere Betroffene. Wenn die Infrastruktur nicht passt, überlegt man es sich aber vielleicht, sich in der Gegend anzusiedeln.“

Bus
Dazu Kessler: „Neben den für eine Gemeinde geltenden Grundsätzen der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit, bedeuten derzeit freie Plätze im Kindergarten Arnoldstein eine Unvereinbarkeit für mögliche Förderansuchen an das Land Kärnten und den Bund.“ Eine Hilfestellung seitens der Gemeinde gebe es mit einem eigens organisierten Kindergartenbus nach Arnoldstein. „Dieser hat sich bestens bewährt und wird auch sehr gut angenommen. Darüber hinaus wurde bereits auf die besonderen Umstände der Bring- und Holzeiten in beiden Pfarrkindergärten hingewiesen und daraus resultierend auch Anpassungen dieser Zeiten vorgenommen.“

Arnoldsteins Bürgermeister Erich Kessler

© Fotos: Gemeinde Arnoldstein / KRM