Wölfe bereiten den Lavanttaler Almbauern zunehmend Sorgen. Rund 35 Sichtungen sind dokumentiert, darunter zahlreiche Risse. Vier Wölfe werden vermutet. Info-Veranstaltung am 5. Mai.

Die Rückkehr des Wolfes in Kulturlandschaften verursacht Kosten und führt langfristig zu einer gesellschaftlichen Konfrontation von städtischen und ländlichen Interessen. Die Konflikte sind vielfältig: Wer finanziert Schäden und Schutzmaßnahmen? Wer führt die zusätzlichen Arbeiten durch? Wie geht es mit dem Almtourismus weiter? Auch im Lavanttal zeichnen sich erste Konflikte ab: Seit 2016 wurden auf der Koralm und der Saualm rund 35 Sichtungen von Fährten, Wolfsrissen und Wölfen dokumentiert, untermauert durch zahlreiche Fotoaufnahmen.

Aufwendiges Prozedere
Wie man mit dem Wolf umgehen sollte, weiß niemand so recht. Schäden sollten in Zukunft durch das Land Kärnten abgegolten werden, die Rahmenbedingungen werden allerdings erst festgelegt. Das Prozedere zur Anerkennung als Wolfsschaden ist mühsam und verlangt eine DNA-Analyse des getöteten Tiers, die sich über Monate hinziehen kann. In vielen Fällen sind Überreste des Tiers gar nicht mehr auffindbar, beispielsweise bei jungen Kälbern. Zudem seien laut Biosa, der Naturschutzabteilung des Hauptverbandes der Forstbetriebe Österreichs, die ausgesprochenen Entschädigungskosten nicht ausreichend genau definiert.

Almen als Wolfsbuffet
Auch um die tatsächliche Bestandsdichte herrscht Verwirrung. Während der WWF von 15 Wölfen österreichweit ausgeht, hält man das bei Biosa für Schönfärberei: „Nach unseren Berechnungen liegen wir demnächst bei 40 bis 50 Wölfen in Österreich. Der Bestand wächst von Tag zu Tag“, sagt Vizepräsident Christoph Habsburg-Lothringen. „Anhand der dokumentierten Sichtungen und Funde gehen wir im Lavanttal und Umgebung derzeit von vier verschiedenen Exemplaren aus. Betroffen sind die Saualmseite Zirbitz, die südliche und die nördliche Koralpe sowie der Bereich Griffen/Kömmel.“ Im Lavanttal gibt es etwa 6.500 Hektar bewirtschaftete Almen mit rund 5.000 Stück Vieh. Dazu kommen rund 500 Jungkälber aus der Mutterkuhhaltung. „Ein gefundenes Fressen für den Wolf. Die zwei Wölfe auf der Koralpe haben sich bereits auf Jungkälber spezialisiert, was fürchterliches Tierleid mit sich bringt. Da schaut der Tierschutz gerne weg“, so Habsburg-Lothringen.

Wolfssichtung im August 2017, Koralm, Revier Schütte

Christoph Habsburg-Lothringen, Biosa-Vizepräsident, setzt sich für nachhaltiges Wolfsmanagement ein

Wolfsgipfel der Landwirtschaftskammer:
Infoveranstaltung zum Thema Wolf

5. Mai, 9.30 bis ca. 15 Uhr, GH Stoff, St. Margarethen

Zehn Referenten aus den Sparten Tourismus, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Politik beantworten Fragen zur Wolfsproblematik.

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