Im Villacher Rathaus denkt man über eine Modernisierung der Wochenmarkt-Infrastruktur nach. Große Studie soll Marktzukunft weisen.

Mit einer großen Studie wird das Villacher Marktgeschehen neu durchleuchtet. „Ohne Tabus“, wie aus dem Rathaus zu vernehmen ist, soll diese Studie neue Wege aufzeigen. Demnach seien mehrere Varianten denkbar: Eine Adaptierung der bestehenden Markthalle, ein Neubau der Markthalle mit inkludiertem Gastrobereich im ersten Stock oder/und die Verlegung des Villacher Wochenmarktes an einen neuen Standort. Bürgermeistersprecher Wolfgang Kofler: „Grundsätzlich könnte aber auch alles beim Alten bleiben. Dann nämlich, wenn die Studie zum Ergebnis kommt, dass alles passt.“ Die letzt genannte Variante scheint allerdings unwahrscheinlich. Man hört Unzufriedenheit bei den Verantwortlichen, Bürgermeister Günther Albel und Marktreferent Christian Pober, als auch bei den Fieranten vor Ort.

Burgplatz präferiert
Marktsprecher und Gastronom Norbert Kuglitsch: „Die Halle gehört erneuert und eine Verbindung mit dem Burgplatz gemacht. Dorthin gehört der Markt. Da wo er jetzt ist, da ist so viel Wind, dass die Standler darunter leiden.“ Kuglitsch würde auch eine Tiefgarage befürworten, „das wäre wichtig für unsere Kunden.“Rudolf Hartl, Fleischhauer: „Ein Markt gehört immer wieder nachjustiert. Im Grunde genommen läuft er nicht schlecht. Probleme gibt es halt mit den Parkplätzen. Insgesamt gibt es aber auch Probleme mit der Anlieferung.“ Apfelbauer Hans Innerhofer: „Alle Villacher Märkte gehören konzentriert auf einen Platz – natürlich jeder getrennt und für sich. Ich finde den Burgplatz als den idealsten Standort für einen Markt. Das wäre eine schöne Symbiose – Halle und Markt. Natürlich muss dann auch damit das Parkplatzproblem gelöst werden.“ Brigitte Zauchenberger Gemüsebäuerin: „Wir sind hier praktisch im letzten Loch von Villach. Da zieht es derart, furchtbar. Schöner wäre wenn eine Tiefgarage gebaut würde, die auch nach oben geht und sozusagen eine Markthalle bekommt, ganz oben könnte dann der Markt etabliert werden. Aber bitte, weg vom zugigen Windplatz.“

Geschichte
Das letzte Facelift der Markthalle liegt 17 Jahre zurück. 2001 wurde anstelle der alten Hallenfenster eine durchlaufende Fensterfläche installiert. Der zweigeschoßige Marktbereich wurde durch ein Fensterband vom Hochhaus getrennt. Das Hochhaus samt Markthalle wurde 1967 eröffnet. „Um mit der Entwicklung Schritt zu halten, wurde nun diese Markthalle errichtet, die für Verkäufer und Käufer große Vorteile bringt. Die Waren können unabhängig vom Wetter auf den sauberen Tischen ausgelegt werden und die Hausfrauen haben die Möglichkeit, in Ruhe und mit Überlegung ihre Käufe zu tätigen“, war im im damaligen Mitteilungsblatt der Stadt Villach zu lesen.

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