Das „Austrian Porn Film Festival“ hat gerade in Wien stattgefunden – mit Beteiligung des in Wien lebenden Klagenfurter Künstlers Alexander Martinz. Seit drei Jahren arbeitet Martinz an dem multimedialen Projekt „i think we have something in common”. Der Kurzfilm „I Think We Have something in Common“ (Anm. d. Red. Ich denke, dass wir etwas gemeinsam haben) des Künstlers, der ein Teil dieser Arbeit ist, wurde in der Kategorie Kurzfilm mit einem Preis ausgezeichnet. In diesem Film wird der Geschlechtsakt, der im Pornofilm gezeigt wird, zugespitzt dargestellt – zu sehen sind isolierte Geschlechtsteile in Nahaufnahme. Wer Mainstream-Pornografie sucht, wird von „i think we have something in common” definitiv enttäuscht sein. „Die Pornografie ist nur ein Teil von popkulturellen Kontexten, denen ich mich widme“, sagt Alexander Martinz.

Respektabler Umgang
Ob man nun Porno-Feind oder -Freund ist, dass man sich mit diesem Thema aufgrund der leichten Verfügbarkeit auseinandersetzen muss, steht auch außer Frage. „Ich bin der Meinung, dass Pornografie in den Aufklärungsunterricht gehört“, sagt Martinz. Für ihn ist das, was „in der Mainstream-Pornografie gezeigt wird, nichts anderes als Schauspiel oder vielleicht sogar Leistungssport. Mit normalem Partnersex hat das nichts zu tun.“ Der Entwicklung, dass es aufgrund der #metoo-Debatte zu Zensur in der Kunst kommt, ist sich Martinz bewusst. Er sieht darin „eine problematische Ausgleichshaltung“. Martinz: „Wichtiger ist, dass wir Männer einen respektablen Umgang mit Frauen lernen.“

Alexander Martinz ist in der Gemeinschaftssausstellung“ „Filter Bubble – Junge Kunst aus K.“ vom 23. März – 21. April 2018 im Künstlerhaus Klagenfurt, Goethepark 1 zu sehen. Vernissage ist heute um 19 Uhr.

Foto oben: © Mario Baumgartner

Diese Fahne, die einen Ausschnitt des Künstlers Alexander Martinz zeigt, und vor dem Künstlerhaus weht, wird wahrscheinlich für Diskussionen sorgen und das ist auch gut so. Dafür ist die Kunst ja immerhin da

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