Das Team im Tierheim Wolfsberg freut sich auf den Neubau, der im Herbst starten sollte. Das Kernproblem – verantwortungslose Tierhalter – bleibt jedoch bestehen.

Tierpfleger, das ist für Florian Schlagholz nicht nur ein Job, sondern eine Lebenseinstellung. Bevor es zur Arbeit im Tierheim Wolfsberg geht, gilt es erst einmal, die Tiere auf der heimischen Hobbyfarm zu versorgen. Danach kümmert er sich gemeinsam mit einem vierköpfigen Kernteam um die herrenlosen Hunde und Katzen im Tierheim: „Wir umsorgen im Schnitt etwa 20 Hunde und 50 Katzen. Damit sind wir auch schon am Limit angelangt“, erklärt Florian, der kurz vor dem letzten Teil seiner Lehrabschlussprüfung steht.

Wenige Notfälle
Besonders sauer stößt ihm auf, dass es sich nur bei einem gerinen Prozentsatz der abgegebenen Tiere um wirkliche Notfälle handelt: „In den meisten Fällen handelt es sich um Menschen, die mit ihrem Hund nicht mehr zurechtkommen und sich nicht die Zeit nehmen wollen, um sich mit ihm zu beschäftigen. Wir sind aber keine Abgabestation für überforderte Halter, sondern sollten eigentlich für Notfälle da sein. Beispielsweise, wenn sich ein Tierhalter krankheitsbedingt nicht mehr um seinen Tier kümmern kann.“ Theoretisch hätten die Tierpfleger die Möglichkeit, den Halter abzuweisen, doch dagegen spricht Florians Gewissen: „Man kann nie wissen, was mit dem Tier geschieht, wenn wir es nicht aufnehmen.“

Ausgesetzt
Immer wieder kommt es vor, dass Tiere anonym „abgegeben“ werden. Besonders vor der Urlaubszeit werden Hunde an das Eingangstor des Tierheims angebunden – oder auch einfach irgendwo am Pannenstreifen auf der Autobahn. „Das sind keine Einzelfälle. Für uns ist das normaler Alltag“, so Schlagholz. Die Aussetzer – sofern sie gefunden oder auf frischer Tat ertappt werden – haben wenig zu befürchten. „Sie zahlen lediglich die Kosten für die Unterbringung. Strafen gibt es keine.“

Helfer gesucht
Doch der Beruf als Tierpfleger hat auch positive Erlebnisse zu bieten: „Mein Ziel ist es immer, misshandelte oder kranke Tiere wieder gesund und sozialverträglich zu machen. Wenn ich das erreiche, bin ich zufrieden“, erklärt Schlagholz. Hilfe bekommt er dabei von seinen Mitarbeitern Gerda Stückler, Horst Magnet, Anja Wirnsberger und Sonja Hollauf sowie einigen ehrenamtlichen Helfern. Wer das Tierheim unterstützen will, kann das in Form von Geld- und Sachspenden machen (IBAN: AT79 3948 1000 0433 2367). „Oder einfach herkommen und sich mit den Tieren beschäftigen“, lädt Florian ein.

Florian Schlagholz arbeitet als Tierpfleger im Tierheim Wolfsberg

Die gesundheitliche Versorgung der Vierbeiner ist eine von vielen wichtigen Aufgaben als Tierpfleger

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