Anlässlich der Einweihung des Franz-Kogelnig-Kreuzes hat sich der LAVANTTALER mit Romana Kogelnig, der Tochter des Künstlers, getroffen. Sie hat ihren Vater als gutmütig und willensstark in Erinnerung.

Das Lavanttal hat viele Ausnahmekünstler hervorgebracht: Josef Benedikt Habernig, Carl v. Demelt, Matthias Zwischenberger, Karl Schüßler, Pepo Pichler. In einem Atemzug mit diesen Größen muss man auch Franz Kogelnig nennen, der in erster Linie mit seiner Liebe zur Metallbearbeitung und den daraus resultierenden Skulpturen Aufsehen erregte. In der Zeremonienhalle Wolfsberg wurde nun das Franz-Kogelnig-Kreuz gesegnet – ein in Schweißtechnik ausgeführtes Werk, das Franz Kogelnig zwischen 1999 und 2005 fertigstellte.

Mentale Stärke
Nicht nur als Künstler, sondern auch als Mensch war Franz Kogelnig für viele Inspiration und Lehrmeister. Sei es für seine Schüler an der FBS Wolfsberg oder für seine Familie. „Er hatte immer ein offenes Ohr bei Problemen“, erinnert sich Romana Kogelnig, eine von zwei Töchtern des Künstlers. „Oft waren es nur wenige Worte, die wir austauschten und trotzdem war er der Mensch, der mich am positivsten beeinflusst hat.“ Groß, manchmal schweigsam und nachdenklich, meist aber fröhlich im Gemüt und mit einem Hang zu außergewöhnlichen Kleidungsstücken – so hat man Franz Kogelnig in Erinnerung. Seine Markenzeichen waren die langen Haare und vor allem sein charakteristischer Bart. „Ich habe meinen Vater immer für seine mentale Stärke bewundert, die er bis zum Schluss behalten hat“, sagt Romana.

Immer mit Papier und Stift
Als Künstler hat Franz Kogelnig immer einen offenen Geist behalten. Dies zeigte sich z. B. in seinen vielfältigen Interessen. „Das Unterrichten und die Kunst waren seine größten Leidenschaften“, erzählt Romana. „Darüber hinaus fuhr er gerne Motorrad und reiste. Er interessierte sich auch privat für Technik. Nie ging er ohne Papier und Stift aus dem Haus. Spontane Ideen wollte er sofort festhalten.“

Über 400 Kunstwerke
1956 in Wolfsberg geboren, kam Franz Kogelnig durch seinen Lehrberuf als Schlosser früh in Berührung mit dem Werkstoff Metall. Schon immer zeichnete er gerne. Ende der 80er-Jahre begann er damit, seinen Entwürfen Form zu geben. Ob Glas, Ytong, Holz, Stahl, Kupfer oder Messing, er verwendete verschiedenste Arbeitstechniken, um seine Ideen umzusetzen. Der Höhepunkt seines Schaffens war die Aufnahme in die steirische Künstlervereinigung. Franz Kogelnig verstarb am 8. Feber 2013 überraschend. Doch in seinen über 400 Kunstwerken wird die Erinnerung an ihn weiterleben.

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Romana Kogelnig mit ihrem Vater Franz

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