Rettungs- und Notfallsanitäter des Roten Kreuzes engagieren sich zusätzlich in ihrer Freizeit als „First Responder“: Ersthelfer in Wohnortnähe, die im Notfall mit der Rettung alarmiert werden, um erste therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

„First Responder sind zusätzliche starke Glieder in der Rettungskette, die meist den Vorteil haben, den Einsatzort schneller erreichen zu können, als das Notarzteinsatzfahrzeug“, erklärt Notarzt Martin Pirz, Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes Völkermarkt. „Es sind freiwillige und berufliche Mitarbeiter des Roten Kreuzes, die sich auch außerhalb ihrer regulären Dienstzeit bereit erklären, im Notfall alarmiert zu werden.“ Diese Tätigkeit wird ehrenamtlich ausgeführt, eine Ausbildung als Rettungs- oder Notfallsanitäter ist Voraussetzung.

Alarmierung über Leitstelle
Die First Responder („Erste vor Ort“ bzw. „Sanitäter vor Ort“) sind in der Umgebung ihres Wohnortes im Einsatz, alarmiert werden sie ausschließlich von den Mitarbeitern der Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes (Notruf 144). „First Responder können das therapiefreie Intervall zwischen den Erstmaßnahmen mit Tätigen des Notrufes und dem Eintreffen der Rettungskräfte deutlich reduzieren, besonders in Orten in der Peripherie“, erläutert Pirz. „Das bedeutet wertvolle Zeit für den Patienten und ist z.B. gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand enorm.“

Elf First Responder
Im Bezirk Völkermarkt sind aktuell elf First Responder aktiv: Andreas Repnik und Michael Peterschinek in der Gemeinde Eisenkappel-Vellach, Christoph Urak im Gebiet Klopeiner See, Vanessa Tscherteu in St. Kanzian, Sarah Steiner und Benjamin Kapp in Gallizien und Umgebung und im Bereich Sittersdorf, Christian Jernej in Sittersdorf, Jürgen Honorius Haim im Gebiet von Bleiburg bis Schwabegg und Ruden, Dominik Lach im Bereich Eberndorf bis Mittlern, Franz Wutte in Globasnitz und Maria Falej in der Gemeinde Eberndorf bis hinunter nach Replach. Wutte und Falej gehören zu den First Respondern der ersten Stunde, als vor mehr als zehn Jahren dieses System im Bezirk gestartet wurde.

Beste Versorgung ermöglichen
„Wir wären natürlich glücklich, wenn wir das Netz noch weiter ausbauen könnten, wenn sich noch mehr Mitarbeiter – freiwillige und berufliche – als First Responder zur Verfügung stellen würden. Allerdings ist das auch eine Kostenfrage. Ein Notfallrucksack für einen First Responder kostet rund 2.500 Euro, das können wir alleine nicht finanzieren, hier sind wir auf Sponsoren angewiesen“, sagt Bezirksstellenleiter Pirz. Bezirksgeschäftsleiter Gerhard Koller erklärt: „Die Erstausstattung wurde mit Sponsoren, Beteiligung der Gemeinden und Mitteln der Bezirksstelle aus Veranstaltungen finanziert.“ Der Notfallrucksack enthält „kompakt die Ausstattung eines Rettungswagens“, erklärt Jürgen Haim. Warum sich der Notfallsanitäter zusätzlich in seiner Freizeit als First Responder zur Verfügung stellt: „Um dazu beizutragen, die beste Versorgung zu ermöglichen.“

Wertvolle Hilfe
Benjamin Kapp spricht sich voll und ganz für das freiwillige Engagement aus: „Du kannst wirklich etwas bewirken!“ Die Ankunft eines First Responder bei einem Notfall hat mehrere wertvolle Aspekte: „Sie erkunden die Lage, beginnen mit der Versorgung, geben sofort einen Lagebericht weiter und können die eintreffenden Rettungskräfte vor Ort einweisen. Das unterstützt die Rettungskräfte, entlastet die Leitstelle und ist auch beruhigend für Angehörige“, fasst Martin Pirz zusammen.

Am Foto: Bezirksgeschäftsleiter Gerhard Koller, Jürgen Honorius Haim, Christoph Urak, Bezirksstellenleiter Martin Pirz, Benjamin Kapp, Maria Falej, Sarah Steiner, Michael Peterschinek, Andreas Repnik und Franz Wutte (v.l.). Nicht am Foto: Dominik Lach, Vanessa Tscherteu, Christian Jernej
© KRM

Mehr als 20 kg wiegt ein Notfallrucksack, den First Responder im Auto haben. „Defibrillator, Sauerstoff, Verbandsmaterialien, Beatmungseinheiten und alles, um die Vitalwerte des Patienten zu erheben“, nennt Benjamin Kapp Bestandteile eines Rucksacks
© KRM (2)