Die Mithilfe von Familienmitgliedern im Betrieb sorgt immer wieder für Unsicherheit. Als Orientierungshilfe gilt: Enge Verwandte können kurzfristig und unentgeltlich mitarbeiten.

Ein Landgasthaus wird von einem Ehepaar geführt. Im Rahmen eines Totenmahls haben sich 60 Gäste angekündigt. Die Eltern fragen nun ihre Tochter um Mithilfe für dieses Essen. Wäre dies versicherungsrechtlich in Ordnung? Ein Merkblatt der Wirtschaftskammer und des Finanzministeriums sagt „Ja“. Voraussetzung ist, dass die Tätigkeit kurzfristig und unentgeltlich vonstatten geht. Es dürfen weder Geld- noch Sachbezüge gewährt werden. Freie oder verbilligte Mahlzeiten, Aufwandsentschädigungen für tatsächlich entstandene Aufwände (z. B. Fahrtkostenersätze) sowie geringfügige Trinkgelder stellen allerdings kein Entgelt dar.

Einzelfallbeurteilung
Grundsätzlich gilt: Die Frage, ob es sich um familienhafte Mitarbeit oder um ein Dienstverhältnis handelt, ist immer eine Einzelfallbeurteilung. Bei der kurzfristigen und unentgeltlichen Mitarbeit von Ehepartnern, eingetragenen Partnern, Lebensgefährten, Kindern, Eltern, Großeltern und Geschwistern wird in der Regel nicht von einem Dienstverhältnis ausgegangen.

Schriftliche Vereinbarung
Tipp: Um auf Nummer sicher zu gehen und die Kurzfristigkeit und die Unentgeltlichkeit für Kontrollzwecke zu dokumentieren, können Sie eine „Vereinbarung zur familienhaften Mitarbeit“ vom arbeitenden Familienmitglied unterschreiben lassen. Je entfernter das Verwandtschaftsverhältnis, desto eher wird im Falle einer Kontrolle ein Dienstverhältnis vermutet, beispielsweise bei Schwiegerkindern, Schwagern oder Nichten. Bei Fragen zur familienhaften Mitarbeit können Sie sich an die WK Bezirksstelle in Wolfsberg wenden. Das komplette Merkblatt zur familiären Mitarbeit finden Sie hier

© wavebreak3 – stock.adobe.com