24 Stunden am Tag einsatzbereit: Die Monteure des Betriebsdienstes der Kärnten Netz GmbH scheuen keine Mühen, um die Stromversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen.

Ein Blitz schlägt in einen Strommasten ein. Ein Baum fällt auf die Leitung. Ein Bagger beschädigt das Kabel. Leitungen brechen aufgrund starker Schneefälle. Ein Auto fährt gegen einen Masten. Oder aber es müssen Instandhaltungs- und Umbauarbeiten an einer Trafostation durchgeführt werden. Egal, was der Grund für den Stromausfall ist, egal, ob unvorhergesehen oder geplant: In jedem Fall beginnen bei der Kärnten Netz GmbH komplexe Abläufe. Dafür braucht es Spezialisten wie Monteur Franz Seyfried. Der St. Stefaner ist der Koordinator für den Betriebsdienst der Kärnten Netz GmbH am Standort im Bezirk Wolfsberg. Er erledigt diesen anspruchsvollen Job bereits seit 20 Jahren und ist einer von 15 schaltberechtigten Monteuren in Wolfsberg. „Schaltberechtigt bedeutet, dass man die Befugnis hat, Teile des Stromnetzes vom Netz zu trennen und auch wieder einzuschalten“, erklärt er. Dabei handelt es sich um eine verantwortungsvolle und nicht ungefährliche Aufgabe. Immerhin sind es 20.000 Volt, mit denen es die Monteure im Mittelspannungsnetz zu tun haben. Deshalb muss ein solcher Monteur für diese Berechtigung eine Prüfung ablegen und alle drei Jahre eine Schulung
absolvieren.

Sicherheit geht vor
Unterschieden wird zwischen geplanten Freischaltungen und Störfällen. Eine Freischaltung kann notwendig werden, wenn beispielsweise ein Masten in einem desolaten Zustand ist und erneuert werden muss. „In so einem Fall stelle ich einen Antrag bei der Netzleitstelle der Kärnten Netz in Klagenfurt“, erklärt Seyfried. „Die dort tätigen Kollegen überprüfen diesen Antrag und stellen anschließend einen Schaltbrief aus, den ich vor Ort entweder alleine oder mit Kollegen abarbeite.“ Während des Schaltvorgangs hält der Monteur aus Sicherheitsgründen ständigen Telefonkontakt mit der Netzleitstelle. In einer genormten Schaltsprache werden die Schaltvorgänge ausgeführt und protokolliert. Ist die Freischaltung abgeschlossen und der betreffende Bereich vom Netz genommen, vergibt die Netzleitstelle die personengebundene Verfügungserlaubnis, damit die Arbeiten am freigeschalteten Netzteil ausgeführt werden können. Kärntenweit werden pro Jahr etwa 2.000 Freischaltungen durchgeführt. Im Bezirk Wolfsberg sind es zwischen 200 und 250.

Im Störfall
Für den Fall einer unvorhergesehenen Störung im Mittel- und Niederspannungsnetz, zum Beispiel durch Unwetter, Blitzeinschläge etc., sind bei der Kärnten Netz GmbH in Wolfsberg rund um die Uhr zwei Monteure im Bereitschaftsdienst. Naturgemäß geschehen solche Zwischenfälle selten bei schönem Wetter. Mit ihrer persönlichen Schutzausrüstung machen sich diese Monteure auch bei Dunkelheit, Sturm, Starkregen und Schneefall auf den Weg zu ihren Einsatzorten. Die Anforderungen sind hoch: Bei extremen Bedingungen müssen sie einen kühlen Kopf bewahren und verantwortungsvoll handeln. „Da muss jeder Handgriff sitzen“, sagt Seyfried. Die Bevölkerung weiß das zu schätzen: „Die Menschen sehen, dass wir immer sehr bemüht sind, Störungen so schnell wie möglich zu beheben und begegnen uns mit Freundlichkeit und Geduld.“

Die Monteure der Kärnten Netz GmbH stellen die Stromversorgung für die Bevölkerung sicher. Im Lavanttal werden sie von Franz Seyfried koordiniert
Der Teamleiter des Betriebsdienstes der KNGKärnten Netz GmbH, Karl Heinz Rabensteiner, demonstriert die Funktion der Schutzkleidung für Monteure

Hoch oben am Strommasten ist nicht nur technisches Geschick, sondern auch Schwindelfreiheit gefragt

© KK, © KRM (1. kleines Foto)