Am Dienstag, 19. Juni, gastiert die Gedächtnis-Weltmeisterin und Guinness-Rekordhalterin Luise M. Sommer bei „Buch Kunst San Damiano“ in Wolfsberg. Die Autorin präsentiert ihr neues Buch und gibt praktische Gedächtnistipps „zum Mitnehmen“.

Als Kind war Sommer als „vergessliche Luise“ bekannt und am besten Weg zur „zerstreuten Professorin“, doch ein Vortrag des mittlerweile verstorbenen Prof. Gunter Iberer an der Universität Graz zum Thema Merkmethoden änderte alles! Heute ist die gebürtige Kärntnerin Senior World Memory Champion 2006, Grand Master of Memory 2004 und zweifache österreichische Gedächtnismeisterin. Die zu bewältigenden Disziplinen bei solchen Bewerben sind vielfältig. „Unter anderem bekommt man ca. 300 Portraitfotos mit Vor- und Nachnamen vorgelegt und hat 15 Minuten Zeit, sich so viele wie möglich zu merken. Bei den Österreichischen Gedächtnismeisterschaften 2003 schaffte ich damals einen neuen Weltrekord mit 151 richtig gemerkten Namen“, erinnert sich die Denksportlerin. Bei Weltmeisterschaften wird die Weltbevölkerung prozentuell nachgebildet – da gilt es, sehr viele „ungewohnte“, z. B. asiatische Namen zu merken. Hier gelang Sommer in Singapur 2016 ein Senior World Memory Record mit 71 richtig wiedergegebenen Namen. „Den möchte ich aber bei meiner nächsten WM noch etwas nach oben schrauben“, zeigt sich Sommer ambitioniert.

Guinness-Rekord
2002 gelang ihr der Einzug ins „Guinness Buch der Rekorde“ durch den ARD-Bewerb „Stufen memorieren“. „Nach der Sendung riefen Leute an, die das auch lernen wollte. Das war gleichzeitig der Sprung in mein zweites Standbein als Impulsvortragende zum Thema Faszination Gedächtnis“, so die Autorin.

Gedächtnistipps für alle
In Wolfsberg stellt Luise M. Sommer ihr neues Buch „Dein Gedächtnis kann mehr“ vor. „Es wird eine kurzweilige, interaktive Buchpräsentation der etwas anderen Art – und ich werde dafür sorgen, dass alle Gäste die wichtigsten Tipps im Gedächtnis mitnehmen. Und zwar ohne etwas aufzuschreiben“, kündigt Sommer an.

Kalender als Backup
Hat eine Gedächtnis-Weltmeisterin eigentlich einen Terminkalender bei sich? Sommer: „Selbstverständlich. Man muss auch wissen, wie man sein Gedächtnis am besten entlasten kann! Doch es handelt sich eher um eine Art „Sicherungskopie“, denn natürlich habe ich auch alle meine Termine im Kopf.“ Das Praktische daran: „Wenn ich z. B. im Auto unterwegs bin und es kommt eine Anfrage wie ‚Frau Dr. Sommer, hätten Sie am 14. November Zeit für einen Impulsvortrag?’, dann kann ich aus dem Stand heraus sagen ‚Das ist ein Mittwoch – da würde es bei mir noch gehen!’“ Wie das genau funktioniert, erklärt Luise M. Sommer bei der Buchpräsentation am 19 Juni ab 18.30 bei „Buch Kunst San Damiano“ in Wolfsberg.

© Andreas Hafenscher