Im Rahmen des Hoffestes zum Landrichter veranstaltete die Gruppe „Lavanttaler Qualitätswein“ gemeinsam mit dem Haus der Region erstmalig eine Altwein- und Raritätenverkostung.

Die Idee dazu lieferte der Spätfrost im vergangenen Jahr, der den Winzern 70 % der Ernte kostete. Eine Bewerbung des 2016ers durch eine normale Jahrgangspräsentation hätte wenig Sinn gehabt. Bei den allmonatlichen Stammtischen wurde vermehrt zu älteren Jahrgängen gegriffen und die Winzer waren selber von der Haltbarkeit der Gewächse überrascht.

Raritäten und Spezialitäten
Der neue Präsentationsraum des „Haus der Region“ bot die perfekte Atmosphäre für diese besondere Verkostung, an der sieben Lavanttaler Betriebe teilnahmen. Martina Lippitz präsentierte mehrere Jahrgänge vom Grünen Veltliner, Weinbau Gartner Riesling Schloss Thürn, das Obst- und Weinbauzentrum Weißburgunder, Weinbau Lenzbauer Grauburgunder, Weinbau Vlg. Ritter Chardonnay, Weinbau Janko Sauvignon blanc und das Weingut Klade Gewürztraminer. Um das Sortiment zu komplettieren, bot jeder Weinbaubetrieb noch eine Rarität an, so zum Beispiel Weinbau Lenzbauer seinen ersten orange wine oder Weinbau Vlg. Ritter den ersten Gelben Muskateller Qualitätswein des Lavanttales. Nur das Benediktinerstift St. Paul konnte aufgrund mangelnder Arichvweine nicht teilnehmen.

Sieger
Dass auch der mengenmäßig kleine 2016er im Lavanttal hervorragende Qualitäten lieferte, stellte die Landesweinbewertung heraus. Vier von fünf Kategorien gingen an das Lavanttal. In den beiden Kategorien „Weiße Burgundersorten“ und „Klassischer Rotwein“ siegten der Chardonnay 2016 und der Zweigelt 2016 von Weinbau Helga und Reinhold Janko, die Kategorie klassischer Weißwein gewann Weinbau Familie Gartner mit dem Sauvignon blanc 2016 Weingartjörgl. Beim Kräftigen Weißwein überzeugt der Weißburgunder 2015 Schloss Thürn die Jury.

Glück im Unglück
Der heurige Spätfrost verursachte nicht so viel Schaden wie im Vorjahr, denn die Reben waren noch nicht so weit ausgetrieben und das Frostereignis war wesentlich kürzer als im vergangenen Jahr. Allerdings zeigen sich nach dem Austrieb nun die Folgeschäden des für die Reben stressigen Jahres 2016 und des harten Winters: Einige Knospen treiben überhaupt nicht aus und teilweise sind ganze Stöcke abgestorben. Trotzdem dürfen die Winzer heuer von Glück reden. Sowohl die südlicher gelegenen Weinbaugebiete Friaul und Südtirol haben heuer stärkere Frostschäden als das Lavanttal als auch nördliche wie die Champagne und viele deutsche Weinbaugebiete.

Die Standler vor dem Haus der Region mit Bgm. Hans-Peter Schlagholz

Offenes Singen am Getreidemarkt

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