Der Verein „New Horizons Kenya“ steht für Hilfe zur Selbsthilfe in Kenia. Vereinsobfrau Iris Stephan aus Untervellach erzählt uns, von den Veränderungen.

Im letzten Jahr berichtete der GAILTALER über ein besonderes Herzens-Projekt: die „Hawaa Junior School“. Iris Stephan und ihr Team erweiterten nun ihr Projekt, änderten den Namen und wollen mehr Lebensqualität nach Kenia bringen.

Die Reise
Im Laufe ihrer Arbeit war es für Iris Stephan an der Zeit, ein Bankkonto in Kenia zu eröffnen. Dabei lernte sie einen jungen Mann kennen. Wie es der „Zufall“ so wollte, hat er eine Schwester namens Spinika, welche unter denselben Beeinträchtigungen leidet wie ihre Tochter Maria. Die Behinderung heißt Angerman-Syndrom oder auch liebevoll das „Happy Puppy Syndrom“ genannt. „Das Traurige ist, dass Menschen mit Behinderung in Kenia als nutzlos für die Gesellschaft angesehen werden,“ beschreibt Iris Stephan.

Wasser für Spinika
„Spinika ist 24 Jahre alt und lebt bei ihrer Familie in Nyangoge im kenianischen Hochland. Spinika braucht rund um die Uhr Betreuung, Tagesstätten oder Wohngruppen sind weit weg und zu teuer. Ihre Mutter würde sich gerne mehr um sie kümmern, aber jeden Tag macht sie sich mit den anderen Frauen und Kindern auf den kilometerweiten Weg zum nächsten Wasserloch. Der Weg durchs Hügelland ist beschwerlich und mit den Kanistern und Schüsseln ist es jedes Mal eine Qual. Das Wasser reicht gerade zum Kochen und Waschen, die kleinen Felder der Dorfbewohner sind kaum zu bewässern. Unser Verein möchte Spinika und ihrer Mutter sowie den anderen Familien in Nyangoge helfen und einen Brunnen bauen,“ so Iris Stephan. Damit kommen die Dorfbewohner leichter zum notwendigen Wasser, können ihre Felder bewässern und erlangen ein Stück mehr Selbstbestimmtheit – heißen soll der Brunnen übrigens „Spinika Brunnen. Über eine Crowdfunding-Plattform sammelt der Verein nun Spendengelder für die Umsetzung: www.respekt.net/de.

Zwei Welten
Natürlich war Iris Stephan wieder persönlich vor Ort, diesmal war die Reise aber eine ganz besondere. Neben den Recherchen nach einer Bohrfirma, welche den Brunnen bauen würde, und organisatorischen Terminen mit der Regierung brachte sie zwei besondere Menschen zusammen. Sie hatte ihre Tochter Maria dabei. Maria und Spinika sind von Grund auf verschieden und doch so gleich. Sie kommen aus Kulturen, die nicht weniger gemeinsam haben könnten, doch die Sympathie war sofort zu spüren. Diese zwei fröhlichen jungen Frauen hatten sichtlich ihren Spaß und zeigten wunderbar, dass man sich auch ohne Worte sehr gut verständigen kann.

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