Am 26. Mai findet in St. Kanzian erstmals ein Sicherheitstag der Polizei speziell für Frauen statt. Wir sprachen vorab mit den Polizistinnen Susanne Aichholzer und Verena Kristof.

Wenn man weiß, wie man sich schützen kann oder sich in einer gefährlichen Situation richtig verhält, geht man sicherer durchs Leben. Wenn man weiß, wo man Unterstützung bekommt, wird man eher den Mut fassen, sich Hilfe zu holen. Unter diesen Aspekten organisiert das Bezirkspolizeikommando Völkermarkt am 26. Mai in St. Kanzian den ersten Sicherheitstag speziell für Frauen. Themen sind die Vermeidung sexueller Übergriffe, Safer Internet, Einbruchsprävention, Rechts- und Handlungssicherheit im Zusammenhang mit Notwehrsituationen (z.B. Gebrauch von Pfefferspray). Vor Ort vertreten sind auch die WIFF Frauen- und Familienberatung und das Gewaltschutzzentrum Kärnten. Sicherheitsbeauftragte Susanne Aichholzer und Verena Kristof von der Polizeiinspektion St. Kanzian sind federführend bei der Infoveranstaltung beteiligt.

Tipps
„Wenn man allein unterwegs ist und sich unsicher fühlt, sollte man jemanden anrufen. Mit jemandem am Handy zu sprechen und zu sagen, wo man sich befindet, gibt Sicherheit“, rät Aichholzer. Wird man angegriffen, sollte man laut schreien, um auf sich aufmerksam zu machen. Wird man bedrängt und es befindet sich jemand in der Nähe, sollte man diese Person direkt ansprechen und um Hilfe bitten. Unverzüglich selbst oder als Zeuge die Polizei verständigen.

Appell an Zeugen
„Leider scheuen sich viele, als Zeugen mit der Polizei zu sprechen, auch bei Unfällen oder Parkschäden“, weiß Kristof. „Aber es kann einem nichts ,passieren’.“ Für die Polizeiarbeit ist jede Kleinigkeit, die gesehen oder gehört wurde, von Bedeutung. „Wir brauchen so viele Informationen wie möglich, um eine Straftat aufzuklären, und sind dankbar dafür“, erklärt Aichholzer. Die Polizistinnen appellieren, sich markante Details einzuprägen: bei Personen z.B. Brille, Glatze, Bart oder lange Haare. Bei Autos sollte man sich Marke und Farbe sowie nach Möglichkeit das Kennzeichen einprägen. Dabei können auch schon einzelne Ziffern oder Buchstabenfragmente hilfreich sein. „Wird man Zeuge eines Übergriffs oder von Fahrerflucht, sollte man nach Möglichkeit ein Foto davon machen“, sagen die Polizistinnen.

Gegen Sensationsgier!
Ganz klar betonen die Polizistinnen aber den Unterschied zwischen Zeugen und „Gaffern“: „Leider gibt es auch Schaulustige, die die Einsätze von Polizei und Rettung behindern und dabei auch die Privatsphäre der Opfer verletzen.“ Der Apell ist klar: In solchen Situationen sollte das Smartphone weggepackt werden.

Am Foto: Susanne Aichholzer und Verena Kristof (v.l.) der Polizei St. Kanzian. Das subjektive Sicherheitsgefühl von Frauen zu stärken, ist Ziel des Sicherheitstages, alle Frauen – aber auch Männer – sind eingeladen
© KRM

Sicherheitstag „Gemeinsam.sicher – Selbstbehauptung im öffentlichen Raum für Frauen ab 16 Jahren“: Samstag, 26. Mai 2018, K3, St. Kanzian. 15.30 bis 16 Uhr: Eintreffen,
16 Uhr: Eröffnung & Vorstellung der Referenten,
16.30 bis 18 Uhr: Vorträge in den div. Räumen im Rotationsprinzip,
18 Uhr: Austausch mit Buffet,
18.30 Uhr: gemeinsamer Abschluss.
Anmeldungen für Gruppen bei Susanne Aichholzer, PI St. Kanzian, unter Tel. 059133-2154