Der Lavanttaler Rudolf Wrany alias Crazy Sonic hat die elektronische Musik in Österreich geprägt wie kein anderer. Heuer wird der DJ, Produzent und Veranstalter 50 Jahre alt und gastiert am 31. März in St. Margarethen.

Die elektronische Musik ist sein Metier: Ursprünglich aus St. Georgen stammend, hat Rudolf Wrany alle Höhen und Tiefen der elektronischen Musik in Österreich hautnah miterlebt. Unter seinem Pseudonym Crazy Sonic spielte er Seite an Seite mit den besten DJs der Welt, darunter Sven Väth, Jeff Mills oder Richie Hawtin. „Nach der Matura am Stiftsgymnasium St. Paul 1987 bin ich nach Wien gezogen, um Publizistik zu studieren. In den Clubs war anfangs viel Indie, Rock und Grunge vertreten. Da habe ich 1993 auch meine ersten Live-Erfahrungen gemacht“, erinnert er sich. „Mit elektronischer Musik ging es dann in den frühen 90ern im U4 los. Anfangs gefiel mir besonders Hiphop, Techno kam dann Ende der 90er-Jahre dazu.“

Bewegtes Leben
Besonderen Einfluss hatte Rudolf Wrany auf die Wiener Szene. Das Flex ist wohl der bekannteste Club Österreichs. Dort war Crazy Sonic von Anfang an dabei und hat mit legendären Veranstaltungsreihen Musikgeschichte geschrieben. „Das waren goldene Zeiten“, blickt der DJ zurück. „Das Flex war damals bahnbrechend und hat die gesamte Szene geprägt, die auch heute noch aktiv ist, z. B. in der Pratersauna oder der Grellen Forelle.“ Bewegende Momente als DJ erlebte er beispielsweise mit Jeff Mills, der als einer der bedeutendsten Vertreter des Detroit Techno gilt, oder mit Sven Väth, einem der besten international tätigen DJs überhaupt.

Heimspiel fixiert
Die Kärntner- und besonders die Lavanttaler Elektroszene sieht Wrany eher kritisch: „Es gäbe schöne Veranstaltungsplätze, wo man beispielsweise ein Festival veranstalten könnte, aber vielfach will das die Politik nicht.“ In Kärnten sei das Interesse an elektronischer Musik allgemein gesunken. Grund dafür: „Die meisten Fans sind in Graz oder Wien verwurzelt. Früher gab es in Kärnten ja einiges. Zum Beispiel haben wir 1994 im Hangar in St. Marein mit dem Veranstalterkollektiv Open The Box ein großes Hiphop-Fest veranstaltet“ Ob man an diese glorreichen Zeiten anschließen kann, wird sich zeigen. Es besteht Hoffnung – ausgerechnet im Lavanttal! Der junge Andreas Stückler vom Reiterhof Stückler in St. Margarethen hat mit seinem Elektroball erst kürzlich einen Akzent gesetzt und legt am Karsamstag, 31. März, kraftvoll nach: Im Zuge des „Hazn“-Events wird Crazy Sonic in die Heimat zurückkehren und dem Publikum ordentlich „einhaz’n“. Nostalgiegefühle garantiert! Mit dabei ist seine DJ-Kollegin Anna Ullrich.

Buch zum 50er
Neben einigen großen Events, die Crazy Sonic u. a. auf seiner Facebookseite ankündigt, schreibt der vielseitige Künstler in seinem Jubiläumsjahr an einem Buch über die Wiener Clubszene der letzten 30 Jahre. Schreiberisch ist er zudem für das deutsche Mixmag und Noisey/Vice tätig. „Das Schreiben sehe ich als Ausgleich, genau wie meine Show auf Radio Superfly, die heuer ihr zehnjähriges Bestehen feiert.“ Für alle „Elektro-Laien“ hat Crazy Sonic einen guten Tipp: „Wer in die elektronische Musik reinschnüffeln möchte, soll sich die Tracks „Strand“ von Stephan Bodzin oder „Acamar“ von Frankey & Sandrino anhören.“

Das „Horst“ in Wien ist eine von zahlreichen Locations, in denen Crazy Sonic seine Beats zum Besten gibt
Crazy Sonic mit DJ-Kollegin und Fotografin Anna Ullrich

Mit dem Hamburger Duo „Moonbootica“ in der Pratersauna

OSTERHAZN:

Samstag, 31. März, Reiterhof Stückler (St. Margarethen)

19-22 Uhr: Outdoor Osterhaufnhanz (gratis), hosted by Django b2b Herman

ab 22 Uhr: Indoor Hazn mit Crazy Sonic, Anna Ullrich, Xynox, Jojo (7 Euro)

© Ullrich (großes Bild), © Ivana Anna Dzc, © KK (2)