Viermal gewann er den Zuckerbäckerball und ist nun als Berufsschullehrer und Konditor tätig. Seine besonderen Fähigkeiten erlernte Johannes Warmuth in Hermagor

Der Hotellerie-Familie, in der er aufwuchs, war wegweisend für Johannes Warmuth. Er schloss eine Lehre zum Koch ab und entdeckte in der Küche die Leidenschaft für die Konditorei. Seine Kollegin bereitete unsagbare Kreationen nach Dienstschluss vor und Johannes blieb in seiner Freizeit, um ihr zu helfen.

Neuer Weg
Diese Faszination war der Startschuss für seine Karriere als „Zuckerbäcker“. Er bekam eine Lehrstelle bei der Konditorei Semmelrock in Hermagor und investierte jede freie Minute in seinen Beruf. „Er war ein Paradelehrling schlechthin. Von Beginn an hat er sich sehr interessiert und alle Informationen wie ein Schwamm aufgesaugt. Durch Johannes stieg auch die Motivation der anderen Lehrlinge, weil er gezeigt hat, was man schaffen kann,“ so der einstige Lehrherr Erich Semmelrock. „Ich lebe diesen Beruf, weil ich genau weiß, dass man sich an uns erinnert. Bei einer Hochzeit beispielsweise, vergisst man oft, was es zu essen gab, aber an die Hochzeitstorte erinnert sich jeder. Ich möchte etwas schaffen, was den Menschen Freude bereitet und woran man sich gerne erinnert,“ sagt Johannes Warmuth.

Berufsschule
Die Konditoren-Berufsschule dauert drei Jahre und ist vollgepackt mit Fachkunde, Fachpraxis und Ernährungslehre. „Am Anfang geht es um die Rohstoffe. Man lernt, wieso sich Mehl, Eier und andere Zutaten kombiniert so verhalten, wie sie es tun. Im ersten Jahr lernt man also die Basics. Im zweiten Lehrjahr ist das Wissen der ersten Klasse gefordert und man bereitet einzelne Komponenten zu. Im dritten Lehrjahr müssen alle Schritte zugleich angewendet und komplette Gebäcke fertiggestellt werden,“ sagt Johannes Warmuth.

Karriere
Johannes Warmuth hat in seiner Lehrzeit den Landes- sowie Bundeslehrlingswettbewerb gewonnen. Am Zuckerbäckerball hat er mittlerweile sechsmal teilgenommen, viermal davon ging er als Sieger hervor. Außerdem hat er durch seinen Beruf schon einige Länder bereist. „Ein gastronomischer Beruf öffnet dir Türen und bietet große Chancen. Man kommt einfach ins Ausland, wenn man sich anstrengt und ein bisschen mehr macht als die anderen. Ich habe an sehr vielen Bewerben teilgenommen und viel erlebt. Das Beste ist, diese Erfahrungen hören nie auf. Jedes Jahr lerne ich etwas dazu und mehr interessante Menschen kennen,“ erzählt er. Mittlerweile ist er Berufsschullehrer für Nachwuchskonditoren in Wien und begeistert, dass er sein Können weitergeben darf.

Neue Ziele
Beim Zuckerbäckerball wird Johannes nicht mehr antreten, denn nun verfolgt er neue Ziele. Er möchte sich auf seine Fähigkeiten zur Schokoladenverarbeitung spezialisieren und peilt Chocolatier-Bewerbe an. „Ich möchte gerne am „World Chocolate Masters“-Bewerb teilnehmen. Da Österreich zu klein ist, gibt es bei uns aber leider keine Zweigstelle für die regionalen Ausscheidungen. Also muss ich in Deutschland teilnehmen. Wenn ich es schaffe, müsste ich wahrscheinlich auch für Deutschland an der Weltmeisterschaft teilnehmen,“ erklärt Warmuth.

Zum Thema „Tierwelten“ des Zuckerbäckerball Awards 2019 konnte Johannes Warmuth überzeugen

Die Einzelteile seiner Kreationen werden in mühsamer Handarbeit hergestellt und beim Wettbewerb zusammengebaut

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