Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen im Frühjahr: Honigertrag in Bezirken Villach Stadt und -Land gering. Die lokalen Honigproduzenten werden ihre Preise jedoch nicht erhöhen.

„Ich verzeichne heuer sicher 70 Prozent Einbußen“, so der Honigreferent des Bezirkes Villach-Land, Anton Kassmanhuber. „So wie mir, geht es vielen anderen Imkern auch, das hört man aus Gesprächen.“ Laut Kassmanhuber ist vor allem die Region zwischen Villach und Spittal besonders betroffen. „Alles in einer Seehöhe zwischen 600 und 700 Metern, wo die Waldtracht gerade in Entwicklung war, als im Mai die täglichen Unwetter einsetzten.“

Waldhonig betroffen
Komplett ausgelassen hat heuer demnach vielerorts der Waldhonig: „Da gibt es sehr wenig, bis überhaupt nichts“, so Kassmanhuber, der hinzufügt: „Die 30 Prozent Honigertrag bei mir, beziehen sich auf Blatthonig wie etwa von Linden, die es bei uns in der Region gibt. Hätten wir die nicht, dann wäre es überhaupt ein totaler Ausfall.“ Der klassische Waldhonig von Nadelbäumen stellt die in Kärnten am meisten verbreitete Honigart dar. Durch die beinahe täglich wiederkehrenden Umwetter im Mai wurden die Lecanien (kleine Läuse, die bei ihrer Nahrungsaufnahme die Siebröhren der Bäume anstechen, wodurch der Pflanzensaft an die Oberfläche gelangt und als Honigtau von der Biene eingesammelt wird, Anm.) im wahrsten Sinne des Wortes „weggeschwemmt“. Die Bienen fanden so keine Nahrung vor. Für Kassmanhuber stellt das Honigjahr 2018 gar eine Premiere da: „Seitdem ich Imker bin, ist es das erste Mal, dass der Waldhonig komplett ausgefallen ist.“

„Extreme Ausfälle“
Ebenso betroffen ist der Obmann des Bienenzuchtvereines Villach, Rudolf Köchl: „Die heurigen Ausfälle sind extrem.“ Auch Köchl sagt: „Der Waldhonig ist heuer offenbar komplett ausgefallen, auch andere Sorten sind sehr schwach.“ Der Villacher Imker rechnet vor: „Im Durchschnitt gibt ein Bienenvolk zwischen 30 und 40 Kilo Honig. Heuer warfen meine neun Völker zusammen gerade einmal 20 Kilo an Honig ab.“

Preise bleiben gleich
Weniger Ertrag, höhere Preise? „Nein“, sagen die lokalen Imker, die zum überwiegenden Teil Nebenerwerbsimker sind. „Wir werden den geringen Ertrag nicht auf unsere Kunden umwälzen“, so Anton Kassmanhuber. Auch Rudolf Köchl sagt: „Unsere Stammkunden wollen wir sicher nicht ausnützen.“ Die Honigpreise würden sich viel mehr an einem mehrjährigen Durchschnitt orientieren. „Mit dem heutigen Jahr müssen wir einfach leben“, hakt Köchl das heurige Bienenjahr bereits ab.

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