Gemessen an der Einwohnerzahl hielt Villach mit zwölf Prostitutionsbetrieben bislang einen österreichischen Rekord. Strengere Ausschlusskriterien zeigen nun ihre Wirkung.

E s ist ein typisches Leiden von Grenzstätten: Überdurchschnittlich viel Prostitution. In Villach vor allem, da dieses Gewerbe in Italien verboten ist. In der Draustadt führte dies dazu, dass bis vor kurzem zwölf Prostitutionsbetriebe offen hatten – eine eindrucksvolle Zahl. Aus den verpflichtenden Gesundheitsuntersuchungen im Magistrat lässt sich zudem ableiten, dass in Spitzenzeiten bis zu 200 Prostituierte in Villach gemeldet waren. Zahlen, die nun der Vergangenheit angehören. 2014 ist Villach kärntenweit mit strengeren Ausschlusskriterien für Bordellbetriebe vorgeprescht. Es wurden Schutzzonen definiert: Rund um Schulen, Einkaufszentren usw. werden keine Bewilligungen mehr erteilt. Da fast alle Bewilligungen zeitlich befristet waren oder sind, bedeutet dies: keine Verlängerungen mehr.

Fazit
In der Kirchtagswoche sind zwei weitere Bewilligungen ausgelaufen (Lederergasse und Brauhausgasse). Damit ergibt sich aktuell folgendes Bild: Von zwölf Betriebsstätten sind nur noch zwei übrig – das Andiamo und die Casanova Bar in der Nikolaigasse.

Weniger Prostituierte
Aus bis zu 200 gemeldeten Prostituierten wurden rund 65. Das Problem, in dessen Umfeld es immer wieder zu Konflikten rund um das Thema Menschenhandel kommt, wurde damit verkleinert. Bürgermeister Günther Albel zeigt sich erfreut, dass die einst überbordende Prostitution in Villach erfolgreich und nachhaltig eingedämmt werden konnte: „Zwölf Betriebe waren für eine Stadt wie Villach eindeutig zu viel. Unsere Maßnahmen haben gegriffen.“ Auch bei neuen Bewilligungen werde man sehr restriktiv sein: „Die Stadt Villach hat kein Interesse daran, dass sich weitere Bordelle hier ansiedeln.“

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