Die Galerie Freihausgasse ist heuer erstmals Festivalzentrum. Ab 15. November bis 7. Dezember findet hier das Kinderbuchfestival „Lesezeichen“ statt. Mit dabei: Ali Mitgutsch, der Erfinder der Wimmelbücher.

Workshops, Lesungen, begehbare Wimmelbücher oder eine Lese-Stadt – das Festival für junge Literatur bietet für jede Altersklasse etwas. Unter anderem werden Originalzeichnungen von Ali Mitgutsch gezeigt, er gilt als der Erfinder der sogenannten „Wimmelbücher“. „Wir zeigen Bilder aus seinem ersten Buch „Rundherum in meiner Stadt“, das 1968 entstand. Mitgutsch selbst nennt seine Arbeiten allerdings nicht Wimmelbilder, sondern ‚sich selbst erzählende Bilderbücher’, auf jeder Doppelseite vereint er viele kleine Alltagsszenen in einem großen Bild“, erzählt Edith Eva Kapeller, Leiterin der Galerie Freihausgasse. Von Skizzen in denen Ali Mitgutsch erste Ideen festhält bis hin zu großen Wimmelstadt im Untergeschoß der Galerie Freihausgasse – der ganze bunte, teilweise durchaus auch sozialkritische, Kosmos des „Vaters der Wimmelbücher“ ist in der „Lese-Stadt“ zu bestaunen.

Mitgutsch im Interview. Dem DRAUSTÄDTER verrät Mitgutsch, wie er auf die Idee kam, Geschichten nur durch Zeichnungen zu erzählen: „Mitte der 60iger Jahre kam der Anstoß von einem Münchner Psychologen, ich solle doch mal ein Bilderbuch entwickeln, das sich quasi von selber erzählt, mit Geschichten, die eigentlich nie enden. So kam ich auf die Idee mit den Wimmelbildern. Und es stellte sich heraus, dass die Kinder sehr wohl mit der Fülle an Figuren und Geschichten auf meinen Zeichnungen zurechtkamen.“ Die Ideen für seine Zeichnungen kommen Mitgutsch durch genaues Beobachten. „Gerne sitze ich unauffällig in einem der vielen Münchner Straßencafés und versuche, das Verhalten von Passanten zu enträtseln, mit all ihren kleinen Gesten und Widrigkeiten“, so der Deutsche. Villach als Wimmelbild, würde sich das eignen? Mitgutsch: „Ich war leider noch nie in Villach. Aber ich bin voller Zuversicht, dass sich auch in Villach viele Perspektiven für ein Wimmelbild finden lassen würden – mit Menschen in einem lebendigen Auf und Ab.“

Das ganze Programm: http://www.ju.villach.at/lesezeichen/

Foto © Anja Köhler