Vor allem seit dem Wegzug des Stadtmarketings zum Hans-Gasser-Platz sei die Laufkundschaft immer weniger geworden. „Wir kämpfen ums Überleben!“, so der einhellige Tenor der Händler.

„An manchen Tagen habe ich im vorderen Teil der Lederergasse als Einziger geöffnet“, sagt Dieter Seebacher von „AromaAura“. Seit Wegzug des Stadtmarketings vor einigen Monaten sei deutlich spürbar, dass weniger Neukunden kommen. „Mag ein Zufall sein. Aber Leute sagen mir direkt, sie sehen keinen Grund in die Lederergasse zu kommen. 2/3 der Geschäftslokale stehen leer“, klagt Seebacher an. „Ich sehe seitens des Stadtmarketings keine Unterstützung und wünsche mir mehr Werbung für die Lederergasse. Es kommt niemand, um sich unsere Sorgen anzuhören“, so Seebacher, der ebenso sorgenvoll in Richtung Hauptplatz blickt. „Auch der Thalia kämpft mit den Umsätzen. Das wäre das Ende der Innenstadt.“

Schwierige Situation. Gabriele Baumgartner von „Das passende Geschenk“ gibt Seebacher recht. „Die Frequenz wird immer schlechter und unsere Situation ist schwierig. Man könnte wenigstens Hinweisschilder aufstellen dass es uns nur wenige Meter vom Hauptplatz entfernt auch gibt“, sagt Baumgartner. „Ich finde es nicht richtig, dass es nach dem Auszug des Stadtmarketings nicht gleich einen Nachmieter gab. Jetzt steht die Fläche seit Mai leer.“ Die Villacher Geschäftsfrau will ihr Geschäft nicht aufgeben. „Ein Shop in Shop wäre eine Möglichkeit. Aber im Grunde ist es eine Katastrophe, ständig sperren Geschäfte zu und gleichzeitig schnellen die Mieten unverhältnismäßig in die Höhe.“ Am anderen Ende der Lederergasse befindet sich mit Kidway der Laden von Doris Scheriau. „Bis auf die Markttage ist bei mir das Thema Laufkundschaft nicht erwähnenswert. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Lederergasse eine Gasse für kleine Handelsbetriebe wird“, sagt Scheriau. Gegenüber von „AromaAura“ ist das „Gewürzrad“ von Annemarie Kefer: „Wir kleinen Betriebe kämpfen ums Überleben. Ich habe drei Jobs, damit ich überleben kann. Wir wollen nicht aufgeben – im Grunde könnte der Standort nämlich super sein. Reinhard Rogl vom „29er“ in der Lederergasse hat ähnlich kritische Worte übrig: „Von Seite des Stadtmarketings hört die Innenstadt von Villach leider am Hauptplatz auf. Es gab seit unserer Eröffnung keine einzige Aktivität in der Lederergasse! Einziger Frequenzbringer ist der Wochenmarkt, den Rest haben wir uns selber hart erarbeiten müssen. Wenn man diesen Stadtteil ernst nimmt und etwas weiterbringen will, wird man seitens der Stadt auch was dafür tun müssen.“ So schlägt Rogl vor aus der Lederergasse eine Blumengasse zu machen oder den Udo Jürgens Platz bei Aktivitäten einzubinden.

Stadtmarketing. Eine „wie auch immer geartete Bevorzugung von Betrieben“ gebe es nicht, sagt dazu Stadtmarketing GF Gerhard Angerer. „Durch den Wegzug des Stadtmarketings fehlt am Beginn der Lederergasse sicherlich etwas an Frequenz. Wir stehen mit der Hausbesitzerin aber in engem Kontakt, um so schnell wie möglich einen Nachmieter zu finden!“

 

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