1995 machte sich ein Forscherteam in Heiligenblut auf die Suche nach Spinnen, Weberknechten, Heuschrecken & Co und fand 316 verschiedene Arten. Nun machten sich Forscher erneut auf die Suche.

Mehr als 20 Jahre später wird die versteckte Artenvielfalt im Gößnitztal wieder erforscht.

Bilanz 2017
Ausgerüstet mit Keschern, Barberfallen und Bodensieben waren Christian Komposch und sein Team viele Tage im Gößnitztal unterwegs. Eine besondere Herausforderung stellte das Wiederauffinden der Flächen aus dem Jahr 1995 dar. Die Untersuchungsflächen befinden sich großteils im Nationalpark Hohe Tauern. 33 Gelände-Personentage, 8 Bodensiebproben, 80 Barberfallen, 50 Kescherproben, 75 Handfänge das ist die heurige Bilanz des Forscherteams. Auch das Wetter hat perfekt mitgespielt.

Aussagen über die Lebensräume
In den nächsten Monaten stehen das Vorsortieren der Proben, die aufwendigen und schwierigen Bestimmungsarbeiten sowie die Auswertung der Daten an. Die standardisierten Erhebungsmethoden (z. B. Barberfallen) und die Bearbeitung durch dasselbe Forscherteam ermöglichen fundierte Aussagen zu den Veränderungen der Lebensräume und der tierischen Lebensgemeinschaften im Gößnitztal.

Seltene Funde
Bemerkenswert ist der Nachweis zahlreicher Endemiten, also von Arten, die weltweit nur in Österreich oder den Alpen zu finden sind. Als kälteangepasste Eiszeitrelikte leben diese heute vor allem in hohen Lagen. Auffallende und große endemische Arten sind der Gletscherweberknecht oder der Gasteiner Geweihkanker. Die Auswertung der heurigen Funde und der Vergleich mit jenen aus den 1990er-Jahren wird zeigen, ob es zu lokalen Aussterbeprozessen oder der Verschiebung der Höhenverbreitung gekommen ist. Spannend wird insbesondere die Analyse der Ursachen wie z. B. Klimawandel oder geänderte Umweltbedingungen.

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