20 Jahre nach dem ersten Windrad Kärntens, wird von der AAE-Naturstrom GmbH jetzt das zweite am Plöckenpass errichtet.

Seit 1997 steht am Plöckenpass ein einsames Windrad der Marke „Enercon E40“ mit 500kW Leistung. Es war bis jetzt Kärntens einzige Windturbine. Betrieben wird das Windrad von der Firma AAE-Naturstrom GmbH (Alpen Adria Energie) aus Kötschach-Mauthen, die vor 20 Jahren mit dem Bau Pionierarbeit in Kärnten geleistet hat. Heute, 20 Jahre danach, steht die Errichtung des „großen Bruders“ vor seiner finalen Phase.

Nummer Eins.
„Als vor 22 Jahren die ersten großen Windräder in Europa errichtet wurden, habe ich begonnen mich mit dem Thema zu beschäftigen. Da wir hier keine großen freien Ebenen haben, stellte sich die Frage: wohin mit einer Windturbine?“, erinnert sich Geschäftsführer der AAE-Naturstrom GmbH, Ing. Wilfried Klauss. Er erzählt, dass er sich früher auf der Grenze am Plöckenpass bei einer Kontrolle oft eine Verkühlung geholt hat, wegen des starken Windes. Visionär Klauss hat daraufhin in Eigenregie eine Windmessanlage zwischen zwei Felswänden in 50 Meter Höhe montiert, um seine Vermutung nachzuprüfen. Die zweite Frage die sich stellte war: ist es überhaupt möglich ein Windrad am Plöckenpass zu errichten? „Ich habe mich mit dem Energiereferenten Dr. Pilgram von der Kärntner Landesregierung unterhalten. Er meinte, ich solle ihm Pläne zukommen lassen“, erzählt Klauss weiter. Nach weiteren zwei Jahren für den positiven Bescheid konnte dann im Winter 1997 bei -20 Grad mit dem Aufstellen der ersten „Bergwindturbine“ begonnen werden.

Nummer Zwei.
Planung und Bewilligung für das zweite Windrad zogen sich ganze 12 Jahre hin. „Leider wurde es beim zweiten Projekt sehr „bürokratisch“ und auch die Bewilligungsrichtlinien und Gesetze änderten sich dreimal. Auch vom Land Kärnten gab es eine gewisse Zeit lang wenig Bestrebungen in diese Richtung“, ergänzt Klauss. Schlussendlich hat sich der Wind allerdings gedreht und auch Projekt Nummer zwei konnte erfolgreich zum Abschluss gebracht werden.

Herausforderung: Transport.
Das zweite Windrad kommt aus Deutschland. Mit 800kW Leistung und 86,5 Meter Höhe ist es quasi der „große Bruder“. Der Transport durch das Gailtal und vor allem auf den Plöcken ist eine logistische Mammutaufgabe. Vertraut wird dabei auf die Dienste des österreichischen Transport- und Logistikprofis „Prangl“. „Herausfordernd werden zum einen die enge Linkskurve in Reisach, in Mauthen die Rechtskurve bei der Kirche vorbei und natürlich der Transport auf den Pass selbst. Dabei geht es oft nur um Zentimeter“, erklärt Klauss. Insgesamt sind 20 Leute im Einsatz. Der Transport soll in drei Tagen bewältigt werden. Das Aufstellen und die Inbetriebnahme weitere zehn Tage benötigen.

Die Fundamentierungsarbeiten sind bereits abgeschlossen. In den ersten beiden Juliwochen soll die Montage des Windrades erfolgen
Die Logistik- und Transportprofis der Firma „Prangl“ sind mit dem Transport und den Aufstellarbeiten betraut

Kärntner Windstrompionier und Geschäftsführer der AAE-Naturstrom GmbH, Ing. Wilfried Klauss

© KRM (3), © AAE-Naturstrom