Dietlinde Zoppoth ist seit 1991 Mitglied der Kärntner Landsmannschaft und seit 24 Jahren bei den Goldhaubenfrauen, die heuer das 50. Jubiläum feiern.

Dietlindes verstorbener Ehemann war seit 1951 bei der Kärntner Landsmannschaft, deren Hauptaufgabe die Werterhaltung unserer Volkskultur zwischen Tradition und Innovation ist. Es geht vor allem um das Bewahren, die Pflege sowie eine zeitgemäße Weitergabe der kulturellen Identität Kärntens. Die Präsentation der eigenen Tracht in der Öffentlichkeit gehört genauso dazu, wie Zusammengehörigkeit, Brauchtumspflege und soziales Engagement.

Der Weg in den Vorstand
1991 stieß Dietlinde durch ihren Mann zur Villacher Fraktion der Landsmannschaft. „Wir nannten uns damals noch Frauen Trachtengruppe. Trachtenträgerin aus Überzeugung war ich bereits als junges Mädchen“, erzählt sie dem DRAUSTÄDTER. 1993 begann sie damit, Geburtstagsgedenkkarten für Mitglieder über 60 anzufertigen. 1996 stieß sie bereits als Vorstandsmitglied des Vereines zu den Goldhaubenfrauen. „Wir Goldhaubenfrauen haben unsere eigene Tracht, die wir aber niemals alleine präsentieren. Wir treten in der Gruppe auf, präsentieren uns unter anderem am Villacher Kirchtag, wo wir am eigenen Stand Handarbeiten für einen wohltätigen Zweck verkaufen“, erklärt Dietlinde.

Auf verlorenem Posten
Aus dem Vorstand der Landsmannschaft ist Dietlinde heuer „gegangen worden“: „Seit zehn Jahren bemühte ich mich, auf Wunsch der Mitglieder, einen jüngeren Obmann zu gewinnen. Das wurde leider vom langjährigen Obmann immer wieder verhindert. Heuer wäre es uns gelungen, einen jüngeren Vorstand zusammenzustellen, was allerdings ebenfalls nicht zustande kam. Sogar der Landesobmann war gegen uns. Der gesamte alte Vorstand wurde entfernt, wir wurden als Altlasten bezeichnet und waren von heute auf morgen weg vom Fenster, obwohl wir uns jahrelang ehrenamtlich einsetzten“, schildert sie.

„Ich bleibe trotzdem“
Der Kärntner Landsmannschaft bleibt Dietlinde trotzdem erhalten, den Goldhaubenfrauen ebenso: „Die Sache an sich ist mir nach wie vor wichtig. Mein Ehemann war 60 Jahre dabei, 20 davon im Vorstand. Ich finde es einfach nicht fair, das man uns mit keinem Wort mehr erwähnt. Das ist alles.“ Beeindruckend: In ihrer Schulzeit besuchte Dietlinde eine Trachtenklasse in Salzburg (1951 bis 1953), wo sie eine originale Lesachtaler Tracht selbst anfertigte. Mehr Traditionsbewusstsein geht nicht!

© KRM/Kleinrath