Lukas und David lernen beide bei der Firma „Karnische-Massiv-Möbel“ in Kirchbach. Sie erzählen, wie wichtig es ist, dass man seinen eigenen Weg findet.

David Wollwang ist 27 Jahre alt und im dritten Lehrjahr zum Tischler. Eigentlich ist er ausgelernter Koch und hat sogar sechs Jahre in der Spitzengastronomie gearbeitet. Mit 25 Jahren entschied er sich dazu, mit einer neuen Lehre wieder von vorne zu beginnen.

Neustart
„Ich war nicht zufrieden mit meiner Arbeit als Koch und wollte einfach etwas Neues,“ erzählt er. „Mit einer neuen Lehre beginnt man wieder ganz von vorne. Ich habe natürlich weniger verdient und Beihilfen fielen bei mir auch weg, weil man diese nur bis zum 25. Lebensjahr beziehen kann. Das war es mir aber wert. Denn wenn man vorher einen Job gemacht hat, der einem nicht gefallen hat, kann es nur besser werden,“ erklärt David. „Ich war von klein auf fasziniert von Holz und habe meine Entscheidung deshalb noch nie bereut.“

Neuer Weg
Lukas Santner ist im zweiten Lehrjahr und hat die Schule in der zweiten Klasse HLW abgebrochen und die Lehre zum Tischler begonnen. Der 18-Jährige erzählt, wie es dazu kam. „Die HLW war einfach nichts für mich, wechseln wollte ich auch nicht. Ich habe davon gehört, dass der Betrieb einen Lehrling sucht und mich beworben. Eine Woche später hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Meine Eltern haben mich von Anfang an dabei unterstützt das zu tun, was mir gefällt.“

Eigeninitiative
Otto Hohenwarter, Prokurist der Firma, hat einen Rat für Eltern. „Heuzutage ist es in den Köpfen der Eltern, dass die Kinder unbedingt eine höhere Schule abschließen müssen und im besten Fall studieren. Jedoch gibt es so viele Schüler, die eigentlich lieber eine Lehre machten möchten. Eltern sollten ihren Kindern Mut machen, den richtigen Weg für sich selbst zu finden. Trotzdem müssen Jugendlichen selbst aktiv werden. Das können die Eltern den Kindern nicht abnehmen, denn so macht es keinen Sinn.

Beruf
„Ich kann meine eigenen Möbelstücke herstellen und sie zuhause hinstellen. Dort werden sie wertgeschätzt und vor allem weiß ich, wie sie entstanden sind, vom Grundprodukt auf. Der Weg vom rohen, sägerauen Brett ist enorm viel Arbeit, aber ebenso erstaunlich,“ so David. „Man sollte schon etwas fitter sein und anpacken können. Ich war in den ersten paar Monaten schon sehr müde. Ich hätte mir nicht gedacht, dass es körperlich so anstrengend sein würde. Hausverstand und ein gutes Auge für die Arbeit sind genauso wichtige Kriterien. Tischler müssen sehr genau arbeiten,“ erklärt Lukas.

Entscheidungsfindung
„Ich glaube grundsätzlich weiß jeder für sich selbst am besten, was er im Leben will. Vielleicht sollte man vor der Entscheidung für einen Beruf erst einmal den Werkstoff kennenlernen, der ist oft entscheidend für die richtige Richtung,“ erklärt David. In einem Punkt sind sich die beiden besonders einig. „Man muss sich auf jeden Fall den Hintergrund ansehen, nicht nur das fertige Werkstück. Denn wie es hergestellt wird, ist das wirklich Interessante.“ Die Lehrzeit dauert drei Jahre, die Tischlereitechnik-Lehre dauert vier Jahre. Letzteres ist maschinenorientierter. Die Berufsschule befindet sich in Villach und wird in drei Blöcken abgehalten.

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