Franco Puntel aus Würmlach ist Cheftrainer der spanischen Langlauf-Nationalmannschaft. Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang sehnte er sich nach Tirolerknödel seiner Schwiegermutter.

Sie wollen wissen wie lange es dauert um von Pyeongchang nach Würmlach zu gelangen? Wir können es ihnen sagen: 40 Stunden. Franco Puntel nahm diese Odyssee auf sich. Immerhin betreute der gebürtige Italiener die spanische Langläufer bei den Olympischen Winterspielen.

Essen im Olympiadorf
Drei Wochen lang war Puntel in Südkorea, wohnte im Olympischen Dorf. „Während der Spiele aßen dorten 3.000 Leute in der Früh, zu Mittag und abends. Es gab Asiatisches, genauso wie Pizza und Fleisch. Viel und gut, aber trotzdem jeden Tag gleich“, erzählt Puntel. Bei der Rückreise hatte er schon einen deratigen Gusto auf heimische Kost, dass er – vom Flughafen München kommend – in Salzburg einen Zwischenstopp einlegte um ein Wiener Schnitzel zu essen. „In Würmlach hatte ich mir schon Tiroler Knödel von der Schwiegermutter vorbestellt, einfach köstlich“, schwärmt der Olympiateilnehmer.

Erstmals Cheftrainer
Wer meint, es wären Puntels erste Olympischen Spiele gewesen, der irrt. Viermal (!) war der sympathische Sportsmann, der ursprünglich – wir zitieren – „vom zweiten Dorf hinter dem Plöckenpass kommt“, schon im Zeichen der fünf Ringe unterwegs: In Turin, Vancouver, Sotschi und Pyeongchang. „In Südkorea war ich aber erstmals als Cheftrainer dabei, sonst immer als Servicemann der Spanier.“ In Pyeongchang betreute er die beiden spanischen Athleten Imanol Rojo (27) und Martí Vigo del Arco (20). Die Resultate: durchaus herzeigbar. Im Teamsprint belegte man etwa den 19. Platz (Österreich kam auf Platz 16). In der Königsdisziplin über 50 Kilometer fuhr Imanol Rojo den 35 Rang ein, einen Platz vor Max Hauke aus Österreich.

Norwegen
Klar, dass die Langlaufnation Nummer eins vom spanischen Team beobachtet wurde. Puntel: „Sie haben die beste Technik, da kann man sich schon was abschauen.“ Allerdings: Die Skandinavier schliefen nicht im Olympischen Dorf, hatten Appartements direkt neben der Loipe. Bei einem kolportierten Budget von 50 Millionen Euro kann man sich das leisten. 20 Skiwachsler inklusive. Apropos Norwegen: In der Kalenderwoche zehn ist Franco Puntel in Oslo zugegen, beim Langlauf-Weltcup. Daheim drückt dann Ehefrau Victoria Kronabetter, die Mitglied im Singkreis Würmlach ist, ihre Daumen. Die beiden sind seit elf Jahren ein Paar, seit viereinhalb Jahren wohnt Franco in Würmlach. Wenn er aus Norwegen heim kommt gibt es wohl wieder Tiroler Knödel von der Schwiegermama.

Franco Puntel mit Gattin Victoria Kronabetter