Beim 3. Kletterfestival am Kanzianiberg werden Nives Meroi und Romano Benet als Ehrengäste auftreten, die am 11. Mai mit dem Annapurna ihren letzten Achttausender gemeistert haben.

Der DRAUSTÄDTER erreicht Nives Meroi am Tag ihrer Rückkehr nach Fusine Laghi (Nähe Tarvis). „Ich bin gerade beim Wäschewaschen und Ordnung ins Haus bringen. Romano schaut in seinem Geschäft, der Alpstation in Tarvis, nach dem Rechten“, meint die sympathische Extrembergsteigerin lachend. Nein, natürlich fühle sie sich sehr gut, ist von Freude erfüllt. Das Glücksgefühl stellt sich immer erst später ein, denn: „Wenn man nach einer solchen Expedition am Gipfel ankommt, ist man immer sehr konzentriert und denkt vor allem an den Abstieg. Das war auch am Annapurna (bei Neapel) der Fall!“

Ohne Sauerstoff in 8.000m
„Man muss sich vor Ort langsam akklimatisieren, daher dauern solche Expeditionen auch knappe drei Wochen. Man geht jeden Tag ein bisschen höher hinauf, bis man schließlich den Gipfel erreicht. Der Körper ist intelligenter als der Geist und gewöhnt sich an diese Situation. Aber Ödeme sind natürlich immer ein Risiko und man kannjederzeit eines bekommen“, so Meroi weiter.

„King of Kanzi ist ein Begriff“
Den Kanzianiberg kennt Nives Meroi von früher. Vor rund 30 Jahren war sie hier zum Klettern. Sie freut sich schon sehr darauf, dort ihre Multimedia Präsentation “Makalu: Drei Geschichten, ein Berg” zu zeigen – eine Österreich-Premiere. Das berühmte Bergsteiger-Ehepaar hat den Makalu letztes Jahr nach zwei Anläufen geschafft. Der Film erzählt auch von ihrem Leben, den unterschiedlichen Erfahrungen, von der schweren Erkrankung Romanos und wie sie dieses Tief gemeinsam überwunden haben.

„Nicht nur Leistung, sondern auch Spaß!“
Im Vorjahr holten sich Roland Sint (Wörthersee Tourismus) und Rupert Schindler den wohl begehrtesten Preis – die goldene Lycra-Nadel für das beste 80er-Jahre-Outfit. „Das schöne beim ‚King of Kanzi’ ist, dass es nicht nur um Leistung, sondern vor allem um Spaß geht. Man kann mit Szenestars locker beisammen sein. Nives und Romano sind wie alle Profialpinisten keine Diven, sondern umgängliche Personen, die gerne neue Kontakte knüpfen“, so Sint. Und weiter: „Das Kletterfestival hilft der Region dabei, die touristische Dimension des Kletterns zu betonen. Da ist noch viel Potenzial vorhanden in Kärnten!“

Kletterhalle für Kletterregion
Während am Kanzianiberg die letzten Vorbereitungen laufen, nimmt auch die Kletterhalle in der Italiener Straße Formen an. „Wir behalten weiterhin den heurigen Herbst im Auge für die Fertigstellung“, so Stefan Prohinig, der beim „King of Kanzi“ mit einem Stand vertreten sein wird. Ab 2018 sollen auch in der Italiener Straße Side-Events des Kletterfestivals abgehalten werden.

Infos zum „King of Kanzi“ 2017:

Freitag, 2. Juni:
Eröffnung mit Nives Meroi und Romano Benet, ab 19.30 Uhr im Bambergsaal, Villach
Vorverkauf über: oeticket.com, Tickets um 15 Euro bei der Abendkasse erhältlich

Samstag und Sonntag, 3. und 4. Juni:
Zuschauer und Nicht-Kletterer Willkommen! Von der Climbing Village am Fuße des Kanzianibergs hat man einen super Blick auf die Kletterer in den Felswänden und auch auf Mich Kemeter, welcher am Samstag ab 12 Uhr eine Highline-Show in schwindelerrengender Höhe machen wird.

Am Sonntag startet der 80er Jahre Klettermarathon mit internationalem Teilnehmerfeld um 8.30 Uhr, die Siegerehrung steht um 19 Uhr am Programm.

An allen Tagen werden geführte Klettertouren angeboten, weiters Schnupperklettern für Kurzentschlossene, Acro-Yoga, Bouldern mit Mich Kemeter, Frauenklettern und vieles mehr.

Am Montag geht es ganz chillig beim Beach von Camping Anderwald weiter: Gratis Frühstückskaffee für alle Festival-Teilnehmer.

oben: Nives Meroi und Romano Benet in Aktion auf einem Achttausender der Welt

unten: Nives und Ehemann Romano

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