Ab Herbst 2017 wird es Stadtführungen durch die historische Villacher Altstadt geben, bei denen Jugendliche plastisch auch dunkle Kapitel der Draustadt kennenlernen.

Villach ist eine Stadt, die sich auch den dunklen Flecken ihrer Geschichte immer gestellt und diese aufgearbeitet hat. In Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnern hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine würdevolle und kritische Gedenkkultur entwickelt. Jetzt, in der Zeit um den Jahrestag der Befreiung aus der Nazischreckensherrschaft, gehen die Vorbereitungen für ein neues Format zur Geschichtsvermittlung in die konkrete Phase. Mit dem Verein Erinnern und der Theatergruppe VADA werden von der Stadt Villach in naher Zukunft Stadtführungen für Jugendliche inszeniert, die die verdrängte Kärntner Gewaltgeschichte anhand von lokalen Villacher Ereignissen und Einzelschicksalen Jugend-gerecht erfahrbar machen sollen.

Konflikte besser verstehen lernen
Der anspruchsvolle Bogen reicht vom Aufkeimen des deutschen und slowenischen Nationalismus im 19. Jahrhundert, behandelt die Kärntner Volksabstimmung, die Dollfuß-Diktatur, die führende Rolle von Kärntner Nazis beim NS-Massenmord, den Widerstand der Partisanen und streckt sich über die titokommunistische Abrechnungsgewalt bis hin zur Lösung des Ortstafelstreites. Ziel ist es, dass die Jugendlichen heutige Konflikte besser verstehen können. Die ersten Führungen sind für Herbst 2017 geplant.

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