Viele Frauen fühlen sich mit ihren Problemen alleingelassen. Das muss nicht sein. In Hermagor besteht die Möglichkeit, kostenlose Beratungsgespräche in Anspruch zu nehmen.

Der „FrauenInfoPoint Hermagor“ ist eine Außenstelle der Frauenberatung Villach. Dieser Verein dient als Anlaufstelle für Frauen jeder Altersgruppe, welche Unterstützung suchen oder einfach ein beratendes Gespräch brauchen. „Leider hat die psychologische Beratung einen noch zu geringen Stellenwert in der Gesellschaft. Dabei könnten viele Probleme schon mit Präventionsarbeit verhindert werden“, sagt Susanne Puntschart, Arbeitsberaterin und Psychotherapeutin des FrauenInfoPoint Hermagor.
Über die Berührungsängste am Land und Gründe, die doch für den Besuch sprechen.

Sinn des Lebens
„Oft stehen unsere Klientinnen an einem Punkt im Leben, wo es für sie nicht weitergeht und sie merken, dass sie ohne Hilfe nicht über das Gefühl hinwegkommen. Gerade jungen Menschen stehen alle Türen offen, wenn man aber unter Depressionen leidet, werden diese Möglichkeiten automatisch stark eingeschränkt. Oft wird der Sinn des Lebens gesucht. Hier versuchen wir wieder eine Perspektive für die Zukunft herzustellen“, führt Susanne Puntschart aus.

Warnsignale
Wenn man sich beispielsweise im Beruf unwohl fühlt und ein bedrückendes Gefühl verspürt, könnte man schon ein Gespräch suchen. Verschlechterung der Befindlichkeit oder ein einschränkendes, blockierendes Gefühl könnten Warnzeichen sein. Gerade wenn man das Gefühl hat, ohne Unterstützung nicht aus einer Situation zu kommen, ist es ratsam, sich an Hilfestellen zu wenden. Generell ist es bei psychischen Belastungen immer empfehlenswert mit jemanden zu sprechen, um früh genug handeln zu können“, so Puntschart.

Berührungsängste
Im ländlichen Raum spricht man gerne davon, dass jeder jeden kennt. Das hat seine positiven sowie negativen Seiten. „Ich habe Klientinnen, die sich erst umschauen und sicherstellen, dass sie niemand gesehen hat, wenn sie bei mir ankommen. Eigentlich leben wir in einer sehr aufgeklärten Zeit, dennoch haben viele Angst davor „abgestempelt“ zu werden, weil sie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Bei der jüngeren Generation sehe ich aber einen Wandel. Mädchen und junge Frauen stehen diesem Thema schon viel offener gegenüber. Ich hoffe, dass sich dieser Wandel bald in der Gesellschaft zeigt“, erklärt sie. Ein weiteres Problem ist in ihren Augen die Greifbarkeit. „Einen Beinbruch kann man eindeutig diagnostizieren, am Röntgenbild sieht man den Bruch. Wenn aber die Seele gebrochen ist, wird es schon schwieriger. Ich denke, es sind oft Versagensängste, die einen daran hindern, Unterstützung zu suchen“.

Ziele
Das Ziel des „FrauenInfoPoints Hermagor“ ist es, Frauen zu unterstützen beziehungsweise zu entlasten. Hier werden sie bei sozialen, psychischen, gesundheitlichen und rechtlichen Anliegen beraten. In den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung und Selbstwertstärkung werden Frauen von den Therapeutinnen Susanne Puntschart und Christa Zettinig unterstützt. „Eigentlich machen die Klientinnen die meiste Arbeit selbst. Wir sind dazu da, einen anderen Blickwinkel zu öffnen und eventuell einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen“, erklärt Susanne Puntschart.

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