Sich über Bewegung auszudrücken ist ein Urinstinkt und geht weit in die Geschichte aller Kulturen zurück. Beim Tanzen dient der Körper als Werkzeug und das Wesen des Menschen als unbändige Kraft, die ihn bewegt.

Leonie Humitsch ist professionelle Tänzerin und nimmt ihr Publikum auf eine Reise tief in ihr Seelenleben mit. „Sich mit dem Körper auszudrücken, damit eine Geschichte zu erzählen, die tief aus dem Herzen kommt, fasziniert mich. Mit dem ersten Schritt auf die Bühne ist man im Hier und Jetzt – es gibt keine Zeit nachzudenken – man offenbart dem Publikum das Innerste seiner selbst“, so die Tänzerin.

Herzensangelegenheit
Leonies Oma meldete die heute 32-Jährige im Alter von fünf Jahren in der Ballettschule Zechner in Spittal an, wo sie in Ballett, Jazz und Modern Dance unterrichtet wurde. Nach ihrer Matura entschied sich die junge Frau ihrem Herzen an das ORFF-Institut für Elementare Musik- und Tanzpädagogik in Salzburg zu folgen. Um sich verstärkt dem Tanzen zu widmen, wechselte sie zwei Jahre später auf das Konservatorium Wien Privatuniversität, wo sie 2010 auch ihren Abschluss machte. Ihren Master art & economy absolvierte die Tänzerin aus Oberkärnten schließlich 2017 an der Universität für Angewandte Kunst Wien.

Über die Grenzen hinaus
Schon während ihres Studiums arbeitete die Mutter eines Sohnes als freischaffende Künstlerin, gründete gemeinsam mit ihrer Kollegin Silvia Salzmann den Verein eva & eva für zeitgenössische Tanzprojekte und produzierte Stücke, die sie auf Bühnen in Österreich, Deutschland und der Schweiz präsentieren durfte. „Ich werde oft gefragt, was zeitgenössischer Tanz eigentlich ist. Generell kann man sagen, dass dieser Tanz sich mit kritischen Themen auseinandersetzt und sich nicht auf eine Technik oder einen Stil, wie beispielsweise Ballett reduzieren lässt. Er ist ein Grenzgänger“, so Leonie Humitsch. Die junge Mutter sah man in den letzten Jahren auch oft im im ART SPACE Stift Millstatt, wo sie mit der Choreografin Andrea K. Schlehwein zusammenarbeitete. „Auf der Bühne zu stehen und Menschen zu berühren, meine Erfahrungen in Workshops weiterzugeben oder künstlerische Projekte mit Schulen, wie vor kurzem gemeinsam mit Stefanie Sternig am Borg Spittal umzusetzen, macht mich einfach glücklich“, so die 32-Jährige, die 2016 mit dem Förderpreis für Darstellende Kunst vom Land Kärnten ausgezeichnet wurde und voraussichtlich im nächsten Jahr wieder zurück in ihre Heimat kehrt.

© KK