Bei Unfällen, Bergungen, Suchaktionen im Berggelände kommt die Alpinpolizei zum Einsatz. Zwölf Mitglieder hat die Spezialeinheit für die Bezirke Völkermarkt und Wolfsberg.

Zum Aufgabengebiet der Alpinpolizei gehören Bergungen und Erhebungen nach Unfällen im Berggelände in der gesamten Bandbreite von Ski-, Lawinen- und Flugunfällen bis zu Kletter-, Wander- und Arbeitsunfällen (z.B. Forstarbeiten) etc. Weiters Erhebungen bei Selbstmorden, Fahndungen und Suchaktionen im alpinen Bereich. „Erhebungen werden immer im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchgeführt, Bergungen und Suchaktionen immer zusammen mit den örtlich zuständigen Bergrettungsdienststellen der Bezirke“, erklärt Abteilungsinspektor Heiko Lipusch von der Polizeiinspektion Eberndorf, der Leiter der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) Wolfsberg.

Spezialeinheit der Polizei
Die AEG Wolfsberg ist für die Bezirke Wolfsberg und Völkermarkt zuständig, ihr gehören zwölf Mitglieder (sieben von ihnen im Bezirk Völkermarkt) an, die auf verschiedenen Dienststellen in den Bezirken Dienst versehen. Einsatzleiter Lipusch: „Zwei Beamte sind derzeit in der Grundausbildung, ein Beamter ist Flight-Operator am Einsatzhubschrauber und ein zweiter FLIR-Operator am FLIR-Hubschrauber des BMI in Klagenfurt.“

Zusammenarbeit
Die Flugeinsatzstelle des Innenministeriums (BMI) mit dem Hubschrauber für Mannschafts- und Materialtransporte sowie Bergungen und dem FLIR-Hubschrauber mit Infrarotkamera für Suchflüge gehört zu den Einsatzabteilungen, mit denen die Alpinpolizei eng zusammenarbeitet. „Ebenso sind wir auf die Mithilfe der Diensthundeführer mit ihren Suchhunden sowie benachbarte Einsatzgruppen und Kollegen der Polizeiinspektionen angewiesen sowie auf gegenseitige Unterstützung durch andere alpine Rettungsorganisationen“, erklärt Lipusch. Vorrangig die Ortsstellen der Bergrettung in Bad Eisenkappel und St. Andrä und die Bergwacht in Bleiburg bei alpinen Rettungsaktionen sowie die Rettungshundebrigade und Samariterhundestaffel bei Suchaktionen bis hin zur Höhlenrettung. „Die Überwachung des organisierten Skiraumes – die sogenannten ,Pistendienste’ – werden auf der Petzen an den Wochenenden und in den Ferien gemeinsam mit der Bergwacht Bleiburg durchgeführt“, erklärt Lipusch.

Umfassende Ausbildung
Die Einsätze stellen hohe Ansprüche an die Beamten der Alpinpolizei. „Man muss absolutes Vertrauen zum Partner haben können, deshalb legen wir großen Wert auf hohe Ausbildungsstandards“, so Lipusch. Für die Ausbildung zum Alpinisten und Hochalpinisten absolvieren die Beamten Skikurs, Skitourenkurs, Felskurs (Klettern) und Eiskurs (Hochtouren) mit einer durchschnittlichen Dauer von acht Tagen. Bergführer müssen Lawinenfachkurs (sieben Tage), Eiskurs für Winter-Eisklettern (fünf Tage) sowie Alpinausbildungen im Frühjahr, im Fels (jeweils 10 Tage) und im Eis (acht Tage) vorweisen. Einsatzleiter Lipusch: „Um den Ausbildungsstand in der AEG hochzuhalten, werden jedes Jahr einzelne Übungstage sowie zusätzlich eine Winter- und eine Sommereinsatzübung zu je vier Tagen abgehalten.“

Abteilungsinspektor Heiko Lipusch von der Polizei Eberndorf ist der Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Wolfsberg
© KRM

Einsatzstatistik der AEG Wolfsberg 2017 (Stichtag: 15. Dezember): Insgesamt in beiden Bezirken 148 Einsätze, davon im Bezirk Völkermarkt:
3 tödliche Alpinunfälle (1 tödlicher Absturz in der Vellacher Kotschna, 2 Tote im Gipfelbereich der Petzen)
2 Klettersteigbergungen (insgesamt 5 Personen)
1 sonstige Bergung
35 Schiunfälle – davon ein Kollisionsunfall auf der Petzen (Wintersaison 2016/2017)

Einsatzort der Alpinpolizei in größer Höhe: Hoher Ausbildungsstandard und ständige Übungen sind für die Beamten Pflicht. Dieses Foto und großes Foto oben: Liftbergeübung im November
© AEG Wolfsberg (2)