Laptops sind von Gestern! Dieser radikale Meinung ist die HAK1 in Klagenfurt. Der KLAGENFURTER war vor Ort, um sich ein Bild von der Schule von Morgen zu machen. 

Digitale Aufbruchstimmung an der HAK1 in Klagenfurt. Die HAK1-Lehrer und IT-Experten Arno Kleinbichler, Martin Debenjak und Peter Moser sorgen mit dem Projekt „HAK 4.0 … denn Laptop war gestern!“ für eine mediale Revolution im Unterricht. Schreibwerkzeuge wie Füllfeder und Heft haben an der Handelsschule Klagenfurt in einer HAK 4.0-Klasse, die im Herbst dieses Jahres starten wird, ausgesorgt. Hier wird auf sogenannten Hybrid-Notebooks oder Detachables geschrieben und gelernt. Dabei handelt es sich um eine Kombination von Notebooks und Tablet, wo z.B. der Bildschirm abgenommen und mit der Hand geschrieben werden kann. „Das Handschriftliche muss und soll bleiben – so bleibt einfach mehr vom Unterricht hängen“, sagt Peter Moser.

Kosten
Die Geräte, die zwischen 500 und 1.200 Euro kosten, müssen die Schüler selbst anschaffen. „Niemand soll ausgeschlossen werden. Sollte sich jemand kein Detachable leisten können, soll der Elternverein unterstützend eingreifen“, sagt Kleinbichler. Damit man in die Klasse aufgenommen wird, muss man sich mit einem Motivationsschreiben bewerben. Die HAK 4.0-Klasse ist auf 26 Schüler begrenzt.

Kein WhatsApp
Als Standard-Software wird Microsoft Office verwendet. Die HAK ist nämlich seit 2017 eine von sechs Schulen in Österreich – 500 sind es weltweit –, die diese Klassifizierung hat. Über Kanäle wie WhatsApp und Google wird nicht kommuniziert. „Das Ministerium hat hier einen Vertrag mit Microsoft. Bei Microsoft handelt es sich um den einzigen Cloud-Hersteller, der datenschutzrechtlich konform ist“, so Kleinbichler.

Papierlos 2018
Eines der Ziele ist eine papierlose Klasse. Der überwiegende Teil des Unterrichts läuft digital ab und wird digital protokolliert. „Der Schüler hat sämtliche Schulbücher auf seinem Handy digital jederzeit abrufbar“, sagt Moser. Die Vorteile: Niemand muss mehr schwere Bücher schleppen und die Unterlagen sind jederzeit greifbar. Wer von uns hat nicht das eine oder andere Mal ein Buch oder Schulheft zu Hause vergessen.

Lehrer drücken Schulbank
Schüler und Lehrer werden Schritt für Schritt in die neue Lernkultur eingeführt. Kleinbichler, Debenjak und Moser schulen den Lehrkörper seit rund einem Jahr auf den neuen digitalen Standard. Auch die Unterrichtsweise wird geändert. Es kommt das sogenannte „Flipped Classroom Concept“ zu tragen, wo Schüler vom Lehrer Input bekommen und den Stoff selbst ausarbeiten. Der Lehrer fungiert bei diesem Konzept als Begleiter bzw. Coach.

Hier seht ihr, wie zwei Schüler, die noch nie mit einem Detachable gerarbeitet haben, in die Zukunft der Schule schnuppern können.

Beispiel für digitale Mitschrift im Programm GeoGebra, einer Dynamischen Geometrie-Software

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Die Schüler Fiona Kulnig und Alexander Santler werden vom zukünftigen Klassenvorstand Peter Moser in digitales Neuland geführt

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