Immer mehr Unrat wird systematisch entlang der Autobahnen entsorgt. Der KLAGENFURTER ist mit Robert Wedam und Robert Pirker (Asfinag) auf Müll-Tour gewesen.

Spritzen, Rollstühle, Autoreifen, Sessel, Fahrräder, Kühlschränke, Sofas, Fernseher – es gibt kaum etwas, das nicht entlang Klagenfurts Autobahnen illegal entsorgt wird. „Nur einen Koffer voll Geld haben wir noch nicht gefunden. Wir regen uns über den Schrott gar nicht mehr auf. Das hat keinen Sinn“, sagen Robert Wedam und Robert Pirker. Die zwei erfahrenen Asfinag-Mitarbeiter haben den KLAGENFURTER zu einem Lokalaugenschein zu Klagenfurts „Müll-Hotspots“ mitgenommen.

Fahr’ma Streckendienst!
Pirker und Wedam sind zwei von 25 handwerklichen Mitarbeiter, die den Streckenabschnitt Völkermarkt Ost bis Pörtschach West auf einer Länge von etwa 50 Kilometern betreuen. Zu ihrer täglichen Arbeit gehört die Überprüfung der Autobahn. So müssen sie beispielsweise beschädigte Leitpflöcke austauschen oder werden gerufen, wenn es zu einem Unfall auf der Autobahn gekommen ist. Die beiden Mitarbeiter wenden den Großteil ihrer Arbeitszeit aber auch dazu auf, illegale Mülldeponien zu melden und dann fachgerecht zu entsorgen.

Keine Reue
Mit einem Streckenfahrzeug geht es über einen weiten Waldweg neben der Autobahn auf Höhe Grafenstein. Hier hat jemand alte Autoreifen, Gartensessel und einen Boiler weggeschmissen. Dieser Täter hat den Weg gekannt, hat eine Anfahrt von mehreren Minuten zu seinem Ziel in Kauf genommen. Da steckt System und Absicht hinter dieser Straftat. Doch wer denkt, dass sich die Müllsünder für ihre Missetaten schämen, der irrt sich gewaltig. „Wenn wir jemanden auf frischer Tat ertappen, werden unsere Mitarbeiter in der Regel beschimpft, ja sogar bedroht“, sagt Martin Lassnig, Autobahnmeister der Asfinag. 143 Tonnen Restmüll müssen jedes Jahr zusätzlich entsorgt werden. Die Kosten dafür muss der Steuerzahler aufbringen. Es wird von Jahr zu Jahr mehr Müll. „Vor zehn Jahren war die Situation besser“, sagt Lassnig.

„Hotspot“ Brücke
Die „Schmutzisten“ sind „kreativ“ bei der Ausübung ihrer Straftaten. Besonders gefährlich sind jene, die während der Fahrt Dinge aus dem Auto werfen. „Gegenstände auf Fahrbahnen, und wenn es nur eine aufgewirbelte Zeitung ist, können Unfälle verursachen“, sagt Asfinag-Geschäftsführer Josef Fiala. Nicht unwesentlich: Landet etwas auf der Fahrbahn, wird es von den Mitarbeitern aufgesammelt. „Wir werden dann gerufen und stellen unseren Warnwagen auf. Einer von uns rennt dann auf die Fahrbahn. An unübersichtlichen Stellen kann das für uns lebensgefährlich werden“, sagt Pirker. Im Tunnel sind Gegenstände besonders gefährlich. Hier ist Gefahr in Verzug und der Tunnel wird gesperrt. Es gibt den Typ, der Sperrmüll entsorgt und denkt, dass er oder sie dabei Geld spart. Wir halten unter der Autobahnbrücke bei Krumpendorf und finden dort eine Matratze, Grünschnitt und Bauschutt.

Müll-Missbrauch
An der Raststation Grafenstein befinden sich 20 große Müllcontainer. Diese sind ein Service der Asfinag und nach ein paar Tagen prall gefüllt. Doch auch dieser Service wird ausgenutzt: Um zu verhindern, dass nicht große Sperrmüllsäcke weggeworfen werden, sind die Container mit kleinen Öffnungen versehen und vor ungewolltem Öffnen mit Stahlketten gesichert. Diese Ketten sind beim Großteil der Container abgerissen.

Foto oben: Robert Wedam und Robert Pirker wissen: „Brücken sind bei Müllsündern besonders beliebt.“

Foto: KRM

Der Unrat, wie hier an einem Nebenweg in Grafenstein, wird systematisch abgelegt

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Die Mülllager beim Asfinag-Stützpunkt in Pritschitz gehen über

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Wenn dieses Fahrzeug auf der Autobahn steht, muss mit erhöhter Achtsamkeit gefahren werden: Ein Asfinag Mitarbeiter befindet sich nämlich gerade auf der Fahrbahn, um ein gefährliches Teil von der Strecke zu entfernen

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