Der KLAGENFURTER hat mit Neo Airport-Kärnten Chef Michael Kunz über Passagierzahlen, das Fluglinien-Dilemma und die Pläne für die kommenden Jahre gesprochen.

Ganz angekommen ist der neue Flughafen-Chef Michael Kunz noch nicht. Noch lebt der gebürtige Deutsche in einem Hotel, aber mit 1. November soll sich das ändern. In der heurigen Juli-Ausgabe hat der KLAGENFURTER Max Schintlmeister vor seinem Abflug über den Zustand des Klagenfurter Flughafens befragt. Schintlmeister meinte damals, dass er mit gutem Gewissen einen gut funktionierenden Flughafen übergebe.

Nüchterne Zahlen
„Ich habe einen Flughafen übernommen, der in einem guten Zustand ist und über ein motiviertes Team verfügt. Auf alle Fälle ist es kein Scherbenhaufen“, sagt Kunz, der seit 1. September Geschäftsführer des Flughafens in Klagenfurt ist. Im gleichen Atemzug stellt Kunz nüchtern fest: „Dem Flughafen fehlen Passagiere und Fluglinien. Das größte Problem ist, dass wir rote Zahlen schreiben.“ Das Geschäftsjahr wird, voraussichtlich das Wintergeschäft wird nicht negativ beeinträchtigt, ein gutes. „Aber dazu habe ich kaum etwas beigetragen. Sie müssen sich einmal vorstellen, unter welchem Druck er gestanden ist. Manchmal wusste er ja nicht einmal, ob es den Flughafen noch geben wird“, lobt Kunz seinen Vorgänger. Für den Manager steht fest: „Ein Flughafen kann keine Passagiere bringen. Der Flughafen hat die Infrastruktur und verfügt über Markt Know-how. Die letztendliche Entscheidung liegt bei der Fluglinie. Das Land Kärnten und Kärnten Tourismus müssen schauen, dass genug Interesse an Zielmärkten entsteht, damit eine Fluglinie profitabel fliegen kann.“

Klagenfurt wird flügge
Derzeit wird Köln angeflogen. „Köln wird sehr gut angenommen“, sagt Kunz. Auf dem sonst so ruhigen Flughafen kommt vor dem Köln-Flug fast das geschäftige Treiben eines Flughafens auf. Auch bei den Passagierzahlen bleibt Kunz nüchtern: „Die Passagierzahlen sind in den letzten Jahren gesunken. Jetzt steigen sie aber wieder.“ Ab November kommt Berlin dazu. London wird via Eurowings ab Dezember angeflogen. Hamburg steht zweimal die Woche am Flugprogramm. Nach Wien wird viermal am Tag geflogen.

Partys im Hangar?
Der neue Geschäftsführer will mehr Leben auf den Flughafen bringen. Er und das Team können sich vorstellen, dass der Hangar für „Sonder-Events“ geöffnet wird. Ein großes Manko ist der Leerstand im Terminal. „Mit Tesla haben wir einen ersten Impuls geschaffen“, sagt Kunz. Interessenten für das leerstehende Restaurant gibt es derzeit keinen. Kunz: „Es ist aber ein großer Wunsch unseres Teams, dass sich das bald ändert“.

Flughafenchef Michael Kunz und sein Team können sich gut vorstellen, dass der Hangar in Zukunft für Veranstaltungen genutzt wird

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Ein Licht am Ende des Leerstand-Tunnels im Terminal? E-Autohersteller Tesla hat einen Stand auf dem Flughafen

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