Lokalaugenschein am Hauptbahnhof: Ladendiebstahl ist schwerstes Delikt. Exekutive und ÖBB-Security arbeiten Hand in Hand, damit es erst gar nicht zu Straftaten kommt.

Die Klagenfurter Polizeibeamten kennen den Bahnhof und seine Falotten. Während der KLAGENFURTER die Polizeibeamten Bettina Münzer und Markus Wernig zu einer Streife am Bahnhof begleitet, werden wir von einem offensichtlich geläuterten Obdachlosen freundlich mit einem „Grüß Gott, Herr Inspektor“ begrüßt. „Dem Alkohol hat er seit zwei Monaten abgeschworen“, sagt Wernig, der ihm noch ein „Halte durch!“ auf den Weg gibt.

Ständige Präsenz
Im Zuge der Strukturanpassung wurde die Polizeiinspektion am Bahnhof 2014 geschlossen. „Wir haben uns schon immer gegen die Schließung dieses Postens gewehrt und uns für eine Wiedereröffnung mit zusätzlichem Personal eingesetzt. Daran wird sich nichts ändern“, sagt Stadtrat Jürgen Pfeiler (SPÖ). Stadtrat Wolfgang Germ (FPÖ) postet am 18. Februar auf Facebook ein Foto eines Polizeiautos mit den Worten „Wir haben unser Ziel erreicht! Polizei am Bahnhof! Perfekt.“ Seit 7. Februar gibt es eine Weisung vom Bundesinnenministerium, dass am Klagenfurter Hauptbahnhof ständig eine Streife von 6 bis 22 Uhr präsent sein muss. Dafür werden Streifen von den anderen sechs Polizeiinspektionen aus Klagenfurt abgezogen. „Wenn diese Weisung umgesetzt wird, würde es etwa im Stadtteil Viktring über Stunden überhaupt keinen Funkstreifenwagen geben“, sagt Sicherheitsgemeinderat Jürgen Pfeiler in einer Presseaussendung. „Für uns ändert sich dahingehend nicht viel. Der Bahnhof ist kein Ort an dem sich viele Straftaten ereignen“, sind sich Münzer und Wernig einig. Der Bahnhof ist kein Ort, an dem sich viele Straftaten ereignen“, sind sich Münzer und Wernig einig. „Die Stadt Klagenfurt ist angesichts ihrer geringen räumlichen Ausdehnung im Streifenkonzept als eine Einheit zu betrachten, die einzelnen Streifen unterstützen bzw. vertreten sich gegenseitig“, meint Polizeisprecher Rainer Dionisio. „Damit ist gewährleistet, dass alle Stadtteile ständig bestreift werden.“

Kriminalität im Keim ersticken
Doch wieso passiert auf dem Bahnhof so wenig? „Wir arbeiten sehr gut mit der ÖBB-Security zusammen. Sobald die ÖBB-Security merkt, dass sich etwas anbahnt, werden wir gerufen“, erklärt Münzer. Die Strategie ist einfach wie naheliegend: Das Prinzip der Deeskalation wird hier angewendet. In der Bahnhofshalle ist alles ruhig. Auf dem Weg zum Billa erfahre ich, dass die Beamten hauptsächlich wegen Ladendiebstahls beim Billa gerufen werden. Vor dem Billa stehen zwei Obdachlose. Sie wissen: Wenn sie nicht zu laut werden und keinen Tumult anfangen, werden sie hier geduldet. Abseits des Bahnsteiges 1 hat es vor zwei Jahren Saufgelage gegeben. Wernig: „Hier haben wir mit rigorosen Kontrollen die Lage in den Griff bekommen.“ Ein Bettler-Problem gibt es am Bahnhof auch nicht.

Einsatz vor Ort
Plötzlich ein Funkruf: Die zwei Beamten müssen zum Einsatz. Ein Busfahrer hat sie gerufen. Die Situation ist unübersichtlich, der Bus versperrt. Münzer und Wernig stellen einen Jugendlichen zur Reden. Der Bus wird wieder geöffnet und während Münzer die Personalien durchgibt, spricht Wernig auf den Jugendlichen ein, der sich als Schwarzfahrer entpuppt und dem Stadtwerkekontrolleur entkommen wollte.

Die Polizeibeamten Bettina Münzer und Markus Wernig: „Wir setzen auf Dialog und Deeskalation“

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Ein übermütiger Schwarzkappler wird von den Polizisten belehrt

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Münzer und Wernig holen sich auf ihrer Streife Infos von der ÖBB-Security, die in der ehemaligen Polizeistation untergebracht ist

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