Lyme Borreliose: Das Chamäleon unter den Infektionskrankheiten. Dr. Albin Obiltschnig hat mit dem KLAGENFURTER über diese heimtückische Erkrankung gesprochen.

„Lyme Borreliose tritt sehr häufi auf, wird aber auch sehr oft nicht erkannt“, stellt der Klagenfurter Arzt Albin Obiltischnig fest. Das Hauptproblem dieser Infektionskrankheit liegt darin, dass man sie nur indirekt nachweisen kann. Das Blut bildet gegen die Borreliose Abwehrstoffe. Sind diese erhöht, kann auf eine Infektion mit Borreliose geschlossen werden. Immer wieder kommt es beispielsweise zu einer Diagnose von Rheuma und somit zu einer falschen Behandlung. Übertragen wird die Borreliose durch einen Insektenstich. Nicht immer ist es die Zecke, die die Borreliose übertragt. Auch die sogenannte Kuh- oder Pferdebremse ist ein Überträger. Die Borreliose steckt voller Mysterien. „Nach einem Stich muss nicht unmittelbar eine Rötung erfolgen. Nur bei 30 bis 50 Prozent aller Borrelien-Kranken tritt eine Rötung auf“, sagt Obiltschnig.

Eindeutig nicht eindeutig
Die Symptome, die bei einer Infektion auftreten, sind vielfältig. Starke Kopfschmerzen, Gelenkprobleme, Nervenlähmungen – teilweise im Gesicht, Nervenschmerzen am Tag und in der Nacht, Herzprobleme, Panikattacken u.v.m. können auftreten. „Die Borreliose kann mannigfache Symptome erzeugen und bei jedem Menschen sind die Symptome anders. Dies wird auch eventuell durch Co-Infektionen erklärt, da die Zecke oder die Bremse nicht nur Borrelien überträgt, sondern auch andere Keime wie Ehrlichien, Babesien, Bartonellen usw.“ Vom 28. bis 30. April 2018 findet die Jahrestagung der deutschen Borreliengesellschaft im Congresszentrum in Villach statt. Patienten und Ärzte sind eingeladen, daran teilzunehmen. Mehr auf www.borreliose-gesellschaft.de

 

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Dr. Albin Obiltschnig: „Die besten Erfolge bei der Behandlung werden erzielt, wenn man mit dieser so früh wie möglich beginnt. Besteht eine Rötung, muss sofort eine 3-wöchige Antibiotika-Behandlung erfolgen.“

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