Der KLAGENFURTER hat sich bei einem Lokalaugenschein ein Bild vom Wirken des Together Points Klagenfurt gemacht, wo man für eine kleine Spende Lebensmittel oder Kinderbekleidung erhält.

Der Duft von Gebäck und frischem Kaffee liegen im Together Point in Klagenfurt in der Luft. Apropos, Kaffee: Kaum betritt man den Raum, bekommt man schon einen Kaffee angeboten. Verschiedene Sprachen sind zu hören. Ein junger Bursche kommt bei der Türe des Together-Points in der Getreidegasse 5 in Klagenfurt herein, und will wissen, wie es hier abläuft. „Jeder ist bei uns willkommen. Wir geben jeder und jedem für eine kleine Wertschätzung Lebensmittel“, erklärt die Völkermarkterin Bettina Grilz, eine der ehrenamtlichen Helferinnen, das Konzept des Vereins. Auch Sabrina Mentil ist heute wieder zum Helfen aus Ferlach gekommen. „Normalerweise habe ich meine Tochter mit, die heute aber bei den Großeltern ist. Meine Tochter soll von Kindesbeinen eines lernen: Lebensmittel sind wertvoll und viel zu schade, um sie wegzuwerfen“, sagt die Ferlacherin Sabrina Mentil. Die Besucherzahl ist überschaubar. „Man kann nicht sagen, wie viele kommen. Das ist immer verschieden. Im Schnitt haben wir bis zu 30 Besucher, wenn wir geöffnet haben“, sagt Mentil. Dass Lebensmittel verschenkt werden, hat sich bei vielen Klagenfurtern also noch nicht ganz etabliert. „Viele haben wahrscheinlich Schwellenangst zu uns zu kommen“, sagt Grilz.

Erstaunliche Auswahl
Der große Unterschied zur Konsumgesellschaft, wo jedes Gut praktisch jederzeit verfügbar ist: In Institutionen wie dem Together Point gibt es nur das, was gespendet wird. Die Auswahl ist dennoch erstaunlich. Ananas, Melonen, Kürbis, Nektarinen, Salate, Jungzwiebel liegen in den Regalen liegen, um vor der Mülltonne gerettet zu werden. Grilz: „Eine Bäuerin bringt uns beispielsweise frische Kartoffeln.“ Was beim Together Point überbleibt, wird nicht weggeschmissen. Die Überbleibsel bekommen Bauern aus der Region zum Füttern ihrer Tiere oder ein Tiergnadenhof. Die Spenden erhält der Verein von Privatpersonen, Händlern und Produzenten aus der Region. Doch nicht nur Lebensmittel gibt es hier. Auch Baby- und/oder Kleinkindbekleidung kann abgeholt werden. Die eingenommen Spenden dienen zum Decken der Kosten, die durch Miete, Betriebskosten und laufenden Kosten entstehen. Der Verein erhält keinerlei öffentliche Förderungen. Der Verein erhält keinerlei öffentliche Förderungen.

So funktioniert das Foodsharing-Prinzip beim Together-Point Klagenfurt:
Gegen eine freiwillige Spende kann jeder (keine Mitgliedschaft oder Nachweis über Bedürftigkeit notwendig) sich Lebensmittel oder Güter wie Babykleidung während der Öffnungszeiten holen.
Das sind die (vorläufigen) und aktuellen Termine der Öffnungszeiten vom Together Point Klagenfurt:
Dienstag 13 bis 14 Uhr, Donnerstag 13 bis 14 Uhr und Freitag von 18 bis 19 Uhr. Together Point Klagenfurt, Getreidegasse 5, 9020 Klagenfurt, www.act2gether.at. Aktuelle Infos auf der Facebookseite des Together Points Klagenfurt.

Am Foto oben: Helfer Wisam Hassoon, Fahrer Heinz Havel, Sabrina Mentil, Bettina Grilz, Anja Böttcher und Marianne Katzianka bringen die frisch angelieferte Ware in den Treffpunkt

Foto: Alle KRM