In Villach stehen um die 60 Verkehrsampeln. Einige werden von der Stadt geregelt, einige vom Land Kärnten. Drei Ampeln wurden von privaten Investmentgruppen finanziert!

Um herauszufinden, wer in Villach als „Gott der Ampeln“ bezeichnet werden kann, traf sich der DRAUSTÄDTER mit Verkehrsreferent StR. Harald Sobe und Verkehrsplaner Christian Markut, Ansprechpartner für die Funktionstüchtigkeit unserer Ampelanlagen.

Ein Ampelprojekt
Die Hälfte der Villacher Ampeln wird vom Land Kärnten geregelt. Die restlichen 30 sind Sache der Stadt. „Wir kümmern uns gemeinsam mit dem Landespolizeikommando Villach um einen optimalen Verkehrsfluss“, so Markut. Wie ein Ampelprojekt von Beginn an funktioniert: „Ein befugtes Ingenieurbüro wird mit der Planung beauftragt. Sobald alles behördlich genehmigt ist, erfolgt der Beschluss der Gemeinde und die Ampel wird gebaut.“

Private Ampeln
Drei Villacher Ampeln wurden von privaten Investoren finanziert, die damit ihren Kunden die problemlose Einfahrt zum Geschäft ermöglichen: Die Ampel beim Atrio-Parkdeck auf der B86, jene beim „Seendreieck-Spar“ und das neue „Problemkind“: Die „Neukauf/L’Osteria-Ampel“. „Mit dieser Ampel bekommt der Neukauf die dritte Zufahrt. Die Stadt Villach wurde erst ganz zum Schluss mit der Genehmigung beauftragt. Ideal für den Fluss ist diese Ampel mit Sicherheit nicht“, erklärt Sobe.

„Dauergrün“
Ein Dauerthema in Bezug auf Rotphasen ist seit jeher die Ossiacher Zeile. „Allerdings ist die B83 im Ortsgebiet eigentlich ‚dauergrün’. Fußgänger und Seitenzufahrten sorgen für die Unterbrechungen. Die besten Chancen, ohne Unterbrechung durchzukommen, hat man in der Nacht“, klärt Markut auf. Südlich der Drau ist die B83 bereits an den modernen Verkehrsrechner angeschlossen. Selbiges gilt für die Steinwenderstraße zwischen Westbahnhof und Lind. „Wir arbeiten auf Hochtouren, um auch den Rest von Villach am aktuellen Stand der Technik überprüfen zu können!“

Verbesserungspotenzial
„Der Verkehrsknoten beim Seendreieck wäre vielleicht mit einem Kreisverkehr besser bedient. Auch die ‚Hausott-Kreuzung’ ist ein Hotspot. Die Grünphasen wurden zwar verlängert, sobald 2019 alle Heimat- und Landsitz-Wohneinheiten fertig sind und weitere 500+ Landskroner in der Früh nach Villach müssen, haben wir da sicherlich ein Problem“, so Sobe. Sein Appell: „Nützen sie den öffentlichen Verkehr. Taktfrequenzen werden in naher Zukunft weiter deutlich erhöht!“ Trotzdem sind sich beide Experten einig: „Noch gibt es eigentlich keine Staus in Villach. Im Vergleich zu den größeren Städten fließt bei uns der Verkehr einwandfrei!“

© KRM/Kleinrath