Obwohl Kärnten ein Land der Musik ist, sind weibliche Kapellmeister rar. Eine von ihnen ist Elisabeth Isepp, seit vier Jahren dirigiert sie die Gemeindetrachtenmusikkapelle Weißenstein.

 

„Ich wusste schon mit neun Jahren, dass ich die Musik zum Beruf machen und irgendwann Horn unterrichten will“, erinnert sich Isepp. Seit 36 Jahren ist die Blasmusik ein fixer Bestandteil ihres Lebens: „Ich wollte unbedingt ein Instrument lernen, eigentlich Querflöte. In der Musikschule gab es aber nur für Horn freie Plätze. Das hat mir so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin. Ich habe am Konservatorium in Klagenfurt studiert und unterrichte heute an der Musikschule.“ Was schätzt sie am Horn? „Mein Instrument ist das Highlight, es ist die Seele des Orchesters. Außerdem ist Horn eines der Mangelinstrumente in allen Kapellen, in der heutigen Literatur aber gleichzeitig unabkömmlich“, ist ihr die Begeisterung für das Blechblasinstrument anzumerken. Dadurch, dass das Horn immer wieder gebraucht wird, ist Isepp musikalisch in ganz Kärnten unterwegs: „Als „Aushilfe“ war ich schon überall, bis ins Lesach- und Lavanttal. Außerdem spiele ich bei der Werkskapelle Ferndorf, im Salonorchester Weißenstein und bei der JMK Obermillstatt.“

Skepsis. Zu der Position als „Kapellmeisterin“ sei sie gekommen „wie die Jungfrau zum Kind“: „Mein Vorgänger hat aufgrund einer beruflichen Veränderung einen Nachfolger gesucht. Wir haben uns gekannt und er hat zu mir gesagt: „Du machst das!“. Anfangs hatte ich gemischte Gefühle und es gab seitens der Kapelle Skepsis, eine Kapellmeisterin zu haben. Mittlerweile sind aber alle Zweifel vom Tisch und ich freue mich, vor so einer tollen Gruppe zu stehen.“ Gleichzeitig mit Isepp wurde auch der Obmann zu einer Obfrau – in Gestalt von Andrea Oberlercher. „Damit standen plötzlich zwei Frauen an der Spitze“, erzählt Isepp. Rund 45 Mitglieder stark ist die Gemeindetrachtenmusikkapelle Weißenstein aktuell, die Kameradschaft sei laut Isepp „gewaltig“. Auch privat dreht sich bei Isepp alles um Musik. In ihrem Zuhause in Feistritz/Drau, in welchem sie gemeinsam mit der 16-jährigen Tochter Eva wohnt, ist es nie leise. Denn auch Eva spielt mit Horn, Klavier und Gitarre zahlreiche Instrumente und begleitet ihre Mutter, sollten zwei Hörner gebraucht werden. An Musik hört Isepp fast alles. „Von Hardrock über Klassik und Opern bis hin zu Blasmusik. Nur kein Free Jazz“, sagt Isepp, mit einem Schmunzeln wohlgemerkt.

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