Evita ist die erste Diabetikerwarnhündin im Lavanttal. Sie zeigt ihrer an einer Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung leidenden Besitzerin Susanne Schuster kritische Zuckerwerte an.

Für Susanne Schuster aus Michaelsdorf und ihre Familie ist die Labradorhündin Evita ein wahrer Segen. Vor zehn Jahren wurde bei Susanne eine Mischform aus Diabetes Typ 1 und 2 festgestellt. Zusätzlich leidet sie an einer Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung. „Mein Blutzuckerwert kann innerhalb von 15 Minuten von 350 auf 45 sinken. Aufgrund der Wahrnehmungsstörung bemerke ich das aber nicht. Ich falle plötzlich in Ohnmacht und muss mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. Das ist mir schon zweimal passiert“, sagt Susanne. Eine Belastung, die ein normales Leben schwierig macht. Bisher behalf sich Susanne mit einem Sensor, der in ihrer Haut steckt und in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden muss. Auch nachts, wenn Susanne schläft. „Dann übernimmt das mein Mann Alexander.“ Mit der geprüften Assistenzhündin Evita bricht für die Familie Schuster nun aber eine neue Ära an.

Wahnsinnsleistung
Die Ausbildung von Diabetikerwarnhunden beginnt im Animal Training Center im steirischen Hitzendorf bereits ab dem zweiten Tag nach der Geburt. Die Hunde leisten Unglaubliches: „Evita erschnüffelt frühzeitig kritische Zuckerwerte und warnt mich, indem sie bellt, an einem Spielzeug an meiner Hose zieht und mir die Pfote auf den Fuß legt. Sie gibt keine Ruhe, bis ich reagiere und den Blutzucker messe. Erst wenn ich bestätige, dass alles in Ordnung ist, erhält Evita eine Belohnung und Spielzeit“, erklärt Susanne das Prinzip. „In der Nacht, wenn ich schlafe, springt Evita ins Bett, weckt mich auf, bringt mir das Messgerät und betätigt wenn nötig eine Notfallglocke.“ Von September 2016 bis Ende Mai dieses Jahres besuchte Susanne „ihre“ Hündin einmal wöchentlich im Animal Training Center, um mit ihr zusammen zu trainieren.

25.000 Euro
Die Kosten für einen solchen Hund sind hoch und schlagen mit rund 25.000 Euro zu Buche. Doch die Erhöhung der Lebensqualität, die mit dem Einzug von Evita bei der Familie einher geht, ist mit nichts aufzuwiegen. „Den Großteil des Geldes habe ich von der Kärntner Privatstiftung erhalten. Auch der Round Table 38, Licht ins Dunkel und der Privatpersonen haben mir geholfen. Einen Teil konnte ich selbst sammeln“, erklärt Susanne.

Eine Schnauze, die leben retten kann

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