In den nächsten fünf bis zehn Jahren droht im Bezirk durch eine mögliche Pensionierungswelle ein Mangel an Pädagogen im Bereich der Mittelschulen.

Eine große Anzahl an Mittelschulpädagogen haben aufgrund ihrer bereits geleisteten Dienstjahre in den nächsten Jahren, die Möglichkeit und das Recht in den Ruhestand zu treten. Die Folge einer solchen Pensionierungswelle wäre dann ein Mangel an Lehrkräften, speziell in bestimmten Fächern. Der Kärntner Bildungsdirektor Robert Klinglmair berichtet.

Pensionierungswelle.
„Jene Pädagogen, die ab den 1970er/80er-Jahren ihre Berufslaufbahn begonnen haben, gingen bzw. gehen ja nach rund vier Jahrzehnten in Pension. Ursprünglich rechnete man mit dem Höhepunkt der Pensionswelle von 2016 bis 2018. Aufgrund von Neuerungen bei den Pensionsregelungen hat sich diese aber nach hinten verschoben“, berichtet Klinglmair.

Ein Jahr keine Absolventen
„Hinzu kommt das Problem, dass durch die neue – verlängerte – Lehrerausbildung ein ganzer Absolventenjahrgang ausgefallen ist. Pflichtschullehrer müssen ja statt eines dreijährigen Bachelorstudiums einen vierjährigen Bachelor absolvieren. An den Unis stieg die Studiendauer von neun auf zehn Semester“, erläutert der Experte weiter.

Engpass bei Mittelschulen
„Auch im Bezirk Feldkirchen stehen also viele Pensionierungen an – speziell in den Mittelschulen“, weiß Barbara Bergner die Abteilungsleiterin der Bildungsdirektion für Kärnten und fährt fort, „es kann in einigen Fächern (wie Musik u. Sport) daher einen Engpass geben. Besonders im ländlichen Raum könnten Lehrkräfte fehlen. Im Volksschulbereich wird sich dies weniger auswirken, da hier die Altersgruppe bereits durchmischter ist“.

Grundlegende Neuerungen
Neben dem drohenden Lehrermangel, dominieren aktuell die umfangreichen Neuerungen und Änderungen im Schulsystem, wie die einheitliche Bildungsbehörde sowie das Autonomiepaket, den Arbeitsalltag der Schulbehörde: „Mit dem Autonomiepaket wird der Gestaltungsspielraum für Schulen durch pädagogische, organisatorische und personelle Freiräume, wie flexible Klassen- und Gruppengrößen, die flexible Dauer der Unterrichtseinheiten, flexible Öffnungszeiten sowie die für jede Schule mögliche individuelle Pädagogenauswahl enorm erweitert“, unterstreicht Klinglmair.

Schulpartnerschaft & Pädagogisches Paket
„Zusätzlich bekommt die Schulpartnerschaft einen höheren Stellenwert – Eltern werden mehr in die Entscheidungen (wie z.B. eine zusätzlich zu den Zeugnisnoten mögliche verbale Leistungsbeurteilung) mit eingebunden. Weiters wurde auch ein großes Pädagogisches Paket beschlossen: Einige Inhalte der nächsten Jahre: die Neue Mittelschule wird nur noch Mittelschule heißen und zwei Leistungsstufen Standard/Standard AHS haben. In Volksschulen wird es verpflichtende Bewertungsgespräche geben“, schließt Klinglmair.

© KRM