Bei sportlichen Großereignissen mittlerweile unverzichtbar sind die im Rosental entwickelten “Spidercams”. Firmenstandort in Feistritz soll ausgeweitet werden.

In der Höhe verstellbar, schweben die Kameras auf Seilen befestigt über Stadien entlang und vermitteln Fußballfans spektakuläre Perspektiven in Ultra-HD. Seit der WM in Deutschland 2006 kommt die von Jens Peters entwickelte Kamera regelmäßig bei Großereignissen zum Einsatz, wie nun bei der WM in Russland.

Zwölf Kameras
Jan Peters, der Sohn des Firmengründers und nunmehrige „Director of Business Development“ der Spidercam GmbH: „Zwölf Spidercam-Systeme sind in Russland dabei.” Die Systeme wurden zu einem großen Teil von Mitarbeitern in Feistritz auf den Einsatz vorbereitet. Peters: „Obwohl jedes Stadion mit einer Spidercam ausgestattet ist, sind nur wenige lokale Mitarbeiter vor Ort. Der Standort in Feistritz entwickelt, baut und serviciert die Systeme, bedient werden sie aber nur selten von unseren Angestellten.” Techniker aus Kärnten seien dennoch vor Ort, “um etwaige Probleme schnell zu lösen.” Pro Spidercam, im Deutschen oft als “Seilkamera” bezeichnet, ist ein Team von drei Leuten (Pilot, Kameramann und Techniker) vonnöten.

„Standort ausbauen.”
Die erste Spidercams wurde einst in Landskron bei Villach entwickelt. 2011 entschied man sich für den Bau einer Produktionshalle in Feistritz. “Aus wirtschaftlichen Gründen und der Nähe zu Lieferanten”, wie Jan Peters sagt. Aktuell werden von der Firma 35 Mitarbeiter und rund 100 freie Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz des Unternehmens lag 2017 bei rund zwölf Millionen Euro. Neben dem Firmensitz in Feistritz gibt es weitere Standorte in Hamburg, Australien und den USA. Jan Peters: “In der Zukunft soll der Standort im Rosental weiter ausgebaut werden. Wir sind zudem laufend auf der Suche nach Fachkräften im Bereich Mechatronik, Software- und Elektronik-
entwicklung.“

Viel verwendet
Die Spidercams werden neben den Fußballweltmeisterschaften auch bei Olympischen Spielen, wie zuletzt in Pyeongchang, eingesetzt. Darüber hinaus kommen sie bei Cricket-, Rugby-, American- und Australien Football-Spielen, als auch bei großen Konzerten zum Einsatz. Die Mietkosten für eine Spidercam betragen rund 20.000 Euro pro Tag.

Über die bei der WM in Russland verwendeten Spidercams: Alle Spiele werden in 4K (“Ultra HD”) gefilmt. Die Spidercam deckt mit Seillängen von ca. 350 Metern einen Flugbereich von 250 x 250 Metern ab und „fliegt“ mit einer Geschwindigkeit von bis zu knapp 33 km/h. Ein Seil hat gerade einmal einen Durchmesser von vier Millimeter, hält jedoch einer Zuglast von bis zu 1,2 Tonnen stand. Zudem sind die Anlagen voll mobil. Die Daten werden nicht per Funk, sondern via Glasfaser übertragen. So können die Informationen über diese langen Seilstrecken sehr schnell verarbeitet werden.

Jan Peters, „Director of Business Development“ von Spidercam

© SISSI FURGLER FOTOGRAFIE | presseflash.at

Auch in Übersee, wie hier im Stadion des NFL-Teams der Philadelphia Eagles, wird die Rosentaler-Technologie verwendet

© spidercam