Die Arbeitslosigkeit in Kärnten geht weiter zurück. Mit einem Rückgang von 16,1 Prozent im August ist der Bezirk Wolfsberg kärntenweiter Vorreiter. Auch Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitssuchende profitieren.

Bereits knapp zwei Jahre hält der positive Trend an: Die Arbeitslosenzahlen in Kärnten gehen kontinuierlich zurück. Im Bezirk Wolfsberg kann man von einem Rekordjahr sprechen. Im August verzeichnete das AMS 16,1 % weniger Arbeitssuchende als im Vorjahr, im Juni betrug der Rückgang sogar 20,4 %. Die Arbeitslosenquote im Bezirk beträgt aktuell rund 5,5 Prozent – bei 3 % spricht man bereits von Vollbeschäftigung. „Entscheidend ist die Wirtschaftslage“, sagt der AMS-Bezirksstellenleiter Klaus Leopold. „Besonders groß ist die Nachfrage im Tal in den Bereichen Produktion und in weiterer Folge im Baubereich. Der Aufschwung ist aber in allen Bereichen spürbar.“ Eine ähnliche Situation lag zur Hochkonjunkturzeit von 2006 bis 2008 vor, in der man im Bezirk Wolfsberg nur rund 1.000 Arbeitslose verzeichnete – mit Stand Mitte September sind es aktuell 1.270.

Erfreulich
Auch bei den älteren Arbeitslosen über 50 Jahren, die rund 36 % aller im Bezirk gemeldeten Arbeitslosen ausmachen, ist ein leichter Rückgang von 3,2 % spürbar. Sie sind aufgrund einer Vielzahl von Faktoren schwer vermittelbar. Leopold: „Rund 40 % aller Arbeitssuchenden haben maximal einen Pflichtschulabschluss. Das macht es schwierig, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Hinzu kommen oft gesundheitliche Probleme und fehlende Schulungsfähigkeit, was für Betriebe oft einen Hemmschuh darstellt, solche Personen einzustellen.“ Gegengesteuert wird mit verschiedenen Qualifizierungsmaßnahmen: Kurse auf der einen, arbeitsplatzbezogene Ausbildung auf der anderen Seite. „Wenn es am Arbeitsmarkt keine verfügbaren Fachkräfte gibt, kann ein Betrieb im Rahmen der Implacement Stiftung des AMS und der Kärntner Arbeitsstiftung eine Person nach einem bestimmten Vorauswahlverfahren speziell auf die gewünschte Qualifikation hin ausbilden“, so Leopold. „Der betreffende Arbeitssuchende hat die Gewissheit, dass er nach der Ausbildung einen fixen Arbeitsplatz hat.“ Diese Maßnahme können nicht nur ältere, sondern alle Arbeitslosen in Anspruch nehmen.

Kampf um die Lehrlinge
Die demographische Entwicklung und die Tendenz hin zur höheren Schulausbildung haben eine starke Nachfrage nach Lehrlingen zur Folge. „Es herrscht ein starker Mangel an Lehrlingen. Wer heute eine Lehre beginnen will, hat beste Aussichten auf eine Lehrstelle“, sagt Leopold. „Vor Jahren bewarben sich Lehrlinge nach dem letzten Zeugnis und die Betriebe fällten ihre Entscheidungen im Mai oder Juni. Heute haben Jugendliche eine so breite Auswahl an potentiellen Lehrbetrieben, dass sie sich mit ihrer Entscheidung bis zum Mai Zeit lassen können. Wer Lehrlinge sucht, muss seine Strategien ändern und sein Unternehmen beispielsweise in den Schulen attraktiv darstellen.“

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