Rauchfangkehrer haben das ganze Jahr über alle Hände voll zu tun. Im Rahmen unserer Lehrlingsserie „LEHRgendär“ haben wir beim Rauchfangkehrerbetrieb Meidl in St. Stefan vorbeigeschaut.

Claudio Zinkowitz ist 15 Jahre. Seit August lässt er sich beim Rauchfangkehrerbetrieb Meidl ausbilden. „Ich bin ein Naturbursch, die Kälte im Winter macht mir nichts und Höhenangst hab‘ ich auch keine“, erzählt uns Claudio. Gleich in den ersten Wochen seiner Lehre ging es für Claudio hoch hinauf. Nicht auf die Dächer, sondern auf die Almen rund um den Poludnig. „Da kann man die Natur so richtig mit der Arbeit verbinden“, freut sich Lehrling Claudio.

Almeinsatz
Sein Lehrherr ist Rauchfangkehrermeister Gerald Putsche. Der erklärt den „Almeinsatz“: „Lange musste auf den Almen nicht gekehrt werden. Seit 2005 ist das aber Pflicht, genauso wie im Tal. Da wo jetzt moderne Kamine herausragen, standen früher die Ofenrohre heraus. Ursprünglich gab es einen ziemlichen Aufschrei der Hütteneigentümer, mittlerweile hat sich das aber gelegt. Immerhin sind jetzt die Hütten von der feuerpolizeilichen Seite her viel sicherer.“

Mehr als nur kehren
Die meisten Menschen bringen den Beruf des Rauchfangkehrers natürlich mit dem Kaminkehren in Verbindung. Doch die Aufgaben reichen weit über das Schornsteinfegen hinaus. Putsche: „Unser Beruf wird immer technischer. Einerseits müssen wir uns natürlich stetig weiterbilden, weil ja auch die Heizsysteme immer moderner werden. Andererseits gehört es etwa auch zu unseren Aufgaben, rauchfanggebundene Heizungen abzunehmen. Das bedeutet: Wenn in ein Haus etwa ein Kaminofen oder eine Heizung für Pellets, Öl oder Holz eingebaut wird, dann kommt am Ende der Rauchfangkehrer und kontrolliert ob alles entsprechend installiert wurde.“ Ebenso in die Aufgaben eines Rauchfangkehrers fällt die Feuerstättenbeschau (seit 1996) und die Feuerbeschau (seit 2012). Bei der Feuerstättenbeschau, die es alle drei Jahre gibt, wird die Feuerstelle optisch überprüft, geschaut ob es keine undichten Stellen oder sonstigen Mängel gibt. Bei der Feuerbeschau wird sogar der ganze Wohn- oder Arbeitsraum auf feuerpolizeilich kritische Punkte hin kontrolliert. Gerald Putsche: „Hier steht vor allem die Kontrolle in Bezug auf Feuermelder im Vordergrund.“ Für Ein- und Zweifamilienhäuser ist die Feuerbeschau alle 15 Jahre, vorgeschrieben, für Wirtschaftsobjekte alle neun Jahre. Neben diesen Aufgaben muss ein Rauchfangkehrermeister auch immer auf Abruf stehen. Gerald Putsche erklärt: „Wenn es in unserem Gebiet zu einem Kaminbrand kommt, werden wir durch die Feuerwehr alarmiert. Dann müssen wir natürlich zum Einsatzort, egal zu welcher Uhrzeit.

„Kunde ist König“
Neben der Vermittlung der technischen Fähigkeiten ist Putsche in der Lehrlingsausbildung vor allem ein Credo wichtig: „Der Kunde ist König. Dementsprechend ist ein entsprechend freundlicher Auftritt unumgänglich.

 

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