Der Berensteiner Ofen auf der Brandlalm in St. Georgen ist einer der schönsten Aussichtsplätze Kärntens. Ab Juli macht ihn die Gemeinde mittel einer Aussichtsplattform samt Erlebnisweg zugänglich.

Mit einem 280-Grad-Rundblick vom Ursulakogel in Slowenien über die Karawanken bis zum Gipfelkreuz auf der Koralpe ist die markante Felsformation auf 1.447 Meter Seehöhe an den Weshängen des Koralmgebirgszugs ein Aussichtspunkt, der seinesgleichen sucht. Lange lag das Gebiet brach, doch im Rahmen eines EU-Leader-Projekts kommt nun Leben auf den Berensteiner Ofen. „Die ersten Visionen für die Aussichtsplattform gehen auf die Zeit der Rückgemeindung 1991 zurück“, sagt Bgm. Karl Markut. Fahrt nahm das Vorhaben erst 2014 auf, als die Gemeinde das rund 5 Hektar große Gebiet erstand, das davor im Besitz des Gutes Farrach stand.

Erlebnisweg
Bereits verwirklicht ist der rund 850 Meter lange Rundweg, der an der seinen Ausgangspunkt an Verbindungsstraße nach St. Georgen hat und rund um die Felsformation des Berensteiner Ofens verläuft. Hier entsteht zudem aktuell ein Almhüttendorf. Mithilfe von zehn interaktiven Informations- und Spielstationen zur Wissensvermittlung rund um den Themenkomplex Natur/Kultur/Landschaft wird der bestehende Weg in den nächsten Monaten in einen Panoramaerlebnisweg verwandelt. Federführend waren die Klagenfurter Landschaftsplaner Andreas Berchtold und Michael Grothe, die bereits im Projekt Lebensbaumpfad der Gemeinde stark involviert waren. Anhand von Informations- und Klapptafeln, Audioinformationsgeräten, Duftstationen und vielem mehr erfahren die Besucher beispielsweise viel Interessantes über Almwirtschaft, Geologie, Tiere und Waldnutzung.

Plattform
Herzstück des Projekts ist die rund 14 m² große Aussichtsplattform am Berensteiner Ofen, die in Stahlbauweise ausgeführt wird. Die Erschließung der Plattform erfolgt beidseitig über einen getreppten Zugangssteg. Talseitig wird die Plattform rund einen Meter über die steil abfallende Felskante hinausragen, von der aus es rund 50 Meter senkrecht in die Tiefe geht – Schwindelfreiheit ist von Vorteil! Die Absturzsicherung erfolgt über ein Stahlgeländer. Auf der Plattform können die Besucher die Aussicht nicht nur mit freiem Auge, sondern auch mit Hilfe eines digitalen Aussichtsfernrohrs genießen. Dieses liefert automatisch Informationen zum jeweiligen betrachteten Landschaftsobjekt. Schöne Detail: Die Bärenhöhle, von der sich der Name des Berensteiner Ofens ableitet wurde im Zuge der Forstarbeiten wieder gefunden und wird den Besuchern zugänglich gemacht.

Baustart im Juli
„Investiert werden rund 200.000 Euro, wobei die Ausgaben das Gemeindebudget nicht belasten“, so Bgm. Markut. „Als EU-Leaderprojekt wird das Vorhaben mit 100.000 Euro aus EU-Mittel gefördert. 50.000 Euro kommen aus der Berg-Rad-See-Initiative des Landes Kärnten und 25.000 Euro aus der Kommunalen Bauoffensive. Die verbleibenden 25.000 Euro wenden wir aus dem Verkaufserlös von Parzellen des Almhüttendorfes auf.“ Letzteres befindet sich ebenfalls in der Verwirklichung: Ein Haus steht bereits, sieben weitere werden im Laufe des heurigen und nächsten Jahres entstehen. Vier Parzellen sind noch zu haben, auf den verbleidenden zwei Parzellen plant die Gemeinde in Zukunft den Bau einer wettersicheren Station für Wanderer. Auch die gastronomische Bewirtschaftung ist angedacht. Die Ausschreibungsergebnisse für die mit der Durchführung betrauten Unternehmen liegen vor und werden im Gemeinderat Ende Juni fixiert, wobei heimische Firmen bevorzugt werden. Ende August soll die Eröffnung von Plattform und Erlebnisweg in Kombination mit einem Almabtriebsfest stattfinden.

Begehung des Berensteiner Ofens mit Bgm. Karl Markut sowie den Landschaftsplanern Andreas Berchtold und Michael Grothe

Die Aussicht vom Berensteiner Ofen ist atemberaubend. Das EU-Leaderprojekt wird sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen

Der zukünftige Panoramaweg ist bereits begehbar

Auch Anneliese Stauber und Hans Brenner freuen sich schon auf die neue Aussichtsplattform

© DI Andreas Bechtold, © KK (3), © KRM