Der Verein „HIRNverletzt vernetzt“ ist ein großes Netzwerk für Menschen mit erworbenen Hirnschäden – auch St. Veiter sind hier vertreten und erzählen ihre Geschichte.

In Kärnten gibt es 12.200 Betroffene mit Schlaganfällen. Bis zu 30 Prozent der Betroffenen tragen schwere Beeinträchtigungen davon. Aber auch für die leichter Betroffenen ist ein Leben in weitestgehender Unabhängigkeit nicht möglich. Ricarda Motschilnig ist Schwester und Obfrau des Vereins. Die Erfahrungen seit einem Unfall ihres Bruders haben sie dazu veranlasst, selbst aktiv zu werden, um die Situation für Betroffene und Angehörige zu verbessern.

St. Veiter erzählen.
„Von einer Minute auf die nächste verändert sich dein ganzes Leben. Man ist hilflos, blockiert, sprachlos und voller Angst. Auf die Frage ‚Warum?’ gibt es keine Antwort. Die ersten Tage und Wochen waren die schlimmste Zeit meines Lebens. Erst als ich gelernt habe, das Schicksal zu akzeptieren, war ein ‚normales’ Leben wieder möglich“, dies berichtet eine Mutter aus dem Bezirk St. Veit, deren Tochter mit 27 Jahren einen Schlaganfall hatte. Die St. Veiterin erzählt weiter: „Vor allem nachdem ich den Verein ‚HIRNverletzt vernetzt’ kennenlernte, habe ich gemerkt, dass wir nicht alleine sind. Wir sind viele! Menschen mit ähnlichen Schicksalen kennenzulernen, hat mich tief gerührt. Zugleich war da plötzlich eine Zuversicht, als ich sah, wie Gemeinschaft helfen kann. Diese hat mir meine Fröhlichkeit wiedergebracht, denn ‚Unmöglich ist gar nichts’!“

Zusammen ist es leichter!
Der Verein sieht sich als Netzwerk für Betroffene und Angehörige mit gleichem oder ähnlichem Schicksal und will gegenseitige Unterstützung erreichen, aber auch zeigen, dass man nicht alleine ist. Denn auch das Umfeld bricht nach solch einem Schicksalsschlag weg: Freunde, Partner, etc. wenden sich ab. Auch für die Angehörigen gibt es kaum Unterstützung in jeglicher Hinsicht. Und das Schlimmste ist das Gefühl, mit all dem alleine zu sein. Die Vereinsmitglieder, darunter auch Fachexperten, helfen bei Fragen, beraten, geben Ratschläge und Informationen und stellen Kontakte her. „Wir treffen uns jeden zweiten Monat an einem anderen Ort in Kärnten zu einem Workshop und Vernetzungstreffen. Aber wir sehen uns auch als Interessensvertretung gegenüber politischen und strukturellen Entscheidungsträgen“, so Motschilnig.

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