Mittelalterliche Schmuck des 6. bis 12. Jahrhunderts – dieses Thema begeistert den Radentheiner Herbert Forstnig seit vielen Jahren.

Genauer gesagt sind es die Emailfibeln und Ohrgehänge dieser Zeitperiode“, sagt Herbert Forstnig, der sich im Laufe der Jahre zu einem wahren Spezialisten auf seinem Gebiet entwickelte.

Geheimes Wissen aus vergangenen Tagen
Sein Wissen über mittelalterlichen Schmuck schrieb der Pensionist bereits in einem archäologischen Werk nieder. „Herbert kann an Hand von Farbgebung und Machart der Schmuckstücke genau bestimmen, wann sie hergestellt wurden und verfügt über viele Hintergrundinformationen. So erklärt er die Motive, um die Gedankenwelt und die Menschen dieser Zeit zu verstehen, auch über die Metallverarbeitung und die Emailverfahren gibt er exakte Auskunft, damit selbst Laien verstehen und sich für diese Thematik begeistern“, gibt Abdel Aziz, eine gute Bekannte von Herbert Forstnig, eine Beschreibung der Materie.

Zeitreise
Mit dem Mineraliensammeln begann der Radentheiner bereits in jungen Jahren und brachte so schon unzählige Kostbarkeiten aus den wunderschönen Tauern zutage. Darunter auch ein sensationeller Fund von grünen Bergkristallen, Praszem genannt, der zur damaligen Zeit zum ersten Mal gefunden wurde. Auch über die Fundorte hat der leidenschaftliche Sammler ein Büchlein verfasst. Dieses darf jedoch nicht veröffentlicht werden, da es zu viel geheimes Wissen um die Steine Preis geben würde und so die Gefahr bestünde, dass die Quelle der kostbaren Mineralien unserer Alpen versiegt. Herbert Forstnig, der einen ausgeprägten Sinn für kreatives Schaffen hat und auch gerne Landschaften, Tiere und Blumen malt, stellte viele Jahre lang Schmuck aus Edelmetallen her. Ringe, Ketten, Anhänger, Broschen zum Teil mit Steinen verarbeitet, die er selbst gefunden hat. Auch Trachtenschmuck und schwere Ketten für Taschenuhren waren darunter. Seine Arbeiten verkaufte er jedoch nicht. Ihm reichte ein Dankeschön völlig aus.

Ehrendoktortitel
Viele Stimmen meinen, dass der Radentheiner für sein umfangreiches archäologisches Werk über Schmuck des Mittelalters sowie deren Metallverarbeitung und die damit verbundene herausragende Leistung einen Ehrendoktortitel h.c. verdient hätte. Wer weiß, vielleicht klappt es bald mit der Verleihung. Wir dürfen gespannt bleiben.

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