Die Facebook-Fangemeinde von Pfarrer Hiltner in Radenthein steigt stetig an und auch im realen Leben ist der „moderne“ Pfarrer bei Jung und Alt sehr beliebt.

Aber welche göttliche Stimme brachte den Geistlichen zu Facebook und wie passt das eigentlich zusammen? Auf
den ersten Blick ist es schon etwas ungewöhnlich, die skurillen Videos des evang. Pfarrers aus Radenthein auf Facebook zu verfolgen. Noch dazu wenn er darin mit einer Monstermaske im Gesicht zusehen ist.

Der Weg nach Radenthein
Der 54-Jährige fand eigentlich durch eine tragische Geschichte zu Gott. Als der gebürtige Deutsche 18 Jahre war, erlitt sein Vater plötzlich einen Herzinfarkt. Die Suche nach Antworten und dem Sinn des Lebens trieb den jungen Mann damals in das Theologiestudium. Hier fand er Halt und fühlte sich sicher. Seine Ausbildung zum Pfarrer absolvierte er in den deutschen Städten Münster, Bochrum und Wuppertal. Bevor er nach Radenthein kam, predigte er in Salzburg. „Ich kann mich noch genau erinnern, als ich an einem wunderschönen Sommertag vor der Kirche in der Gemeinde Radenthein stand. Ich schaute rechts und links den Berg hinauf und sofort war mir klar, hier ist mein neues Zuhause“, so der evangelische Pfarrer Jörg Hiltner.

Neue Wege gehen
Der humorvolle Radentheiner hat keine Scheu vor den neuen Online-Medien. Er postet einfach das, was ihn gerade beschäftigt und nimmt sich dabei auch gerne selber aufs Korn. Er findet es einfach wichtig, mit der Zeit zu gehen und Social Media gehört einfach dazu. „Es gibt schon einige Kirchenvertreter, die in Facebook und Co aktiv sind, trotzdem gibt es noch viel Luft nach oben. Dieses Medium bietet einfach die Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu treten, die nicht zu meinem Sonntagsgottesdienst erscheinen“, erklärt der Facebook-Star. Und seine Fangemeinde gibt ihm Recht. Seine Beiträge und Videos werden mittlerweile rund 2000 mal angesehen und gerade die Jugend findet seine unkonventionelle Art gut. „Ich finde, wir sind mit der Predigt oft viel zu weit weg von den Menschen und ehrlicherweise ist es oft nicht so leicht, herauszufinden, was sie beschäftigt. Wenn ich aber meine Beiträge in Facebook veröffentliche, bekomme ich sofort Resonanz und die Menschen haben plötzlich keine Scheu mehr, sich zu äußern. Wenn der 54-Jährige nicht gerade in der Kirche predigt, erklimmt er mit seinem E-Bike die höchsten Gipfel in Kaníng, Hohensass und Starfach.

© KK