Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, ihre Terrasse in einen geschützten, nutzbaren Wohnraum zu verwandeln. Worauf Sie achten müssen und wie Sie nicht in die Falle tappen, verrät Experte Thomas Mostögl.

Innerhalb der letzten 15 Jahre hat sich der Schwerpunkt massiv verlagert: Weg vom klassischen, rundum isolierten Wohn-Wintergarten hin zur offenen Terrasse, die großflächig mit flexiblen Glaselementen mehrseitig umschlossen ist: „Diese Sommergärten machen mittlerweile zwei Drittel unserer Aufträge aus“, weiß Thomas Mostögl von Bauelemente Mostögl in Kleinrojach/St. Andrä. Auch die Bausweise hat sich verändert: Aluminium hat die Holzbauweise abgelöst. „Das liegt daran, dass es heute Hersteller gibt, die Komplettsysteme inklusive Überdachung, Glasschiebetür, Beschattung, Beleuchtung und Infrarotheizung anbieten“, so Mostögl. Diese Systeme werden zudem erweiterbar gestaltet. Man kann sich also erst einmal für eine Überdachung entscheiden und alle anderen Komponenten nach und nach einbauen lassen. Der gute alte Wintergarten ist zwar immer noch beliebt, allerdings gerät die klassische Bauweise mit Pultdach immer weiter ins Hintertreffen. Stattdessen entscheiden sich Kunden immer öfter für moderne Flachdächer, die sich architektionisch besser in moderne Eigenheimbauten einfügen.

Schwarze Schafe
Planen Sie einen Wintergarten, sollten Sie sich auf jeden Fall an eine seriöse Firma wenden. „Wenn aus mehreren Angeboten eines durch besonders niedrige Preise heraussticht, ist das ein sicheres Zeichen, dass etwas nicht stimmt“, warnt Mostögl. Denn auch in dieser Branche gibt es schwarz Schafe. Vor allem in Bezug auf die Tragkraft wird viel getrickst: „Wer Elemente anbietet, die statt der vorgeschriebenen 200 bis 350 kg Schneelast beispielsweise nur 80 kg tragen, kann man natürlich ganz andere Preis anbieten.“ Doch auf lange Sicht zahlt man drauf: „Mir sind einige Fälle bekannt, wo die Überdachung zusammengebrochen ist oder sich die Elemente so verbogen haben, dass der Schaden irreparabel war. Ein seriöses Unternehmen liefert nach der Europanorm EN 1090 zertifizierte Teile und muss das auf Verlangen auch nachweisen können.“ Weitere Probleme, mit denen der Fachmann immer wieder konfrontiert ist, betreffen die Kondenswasserbildung und den Schimmelbefall und aufgrund mangelhafter Montage bzw. nicht geeigneter Bauelemente.

Freistehend
Ein anderer Trend hat sich in den vergangen zwei Jahren abgezeichnet: Speziell bei Fertighäusern bzw. Häusern mit 20 bis 25 cm Vollwärmeschutz ist eine normgerechte Montage von Überdachungen nicht ohne Einbußen möglich. „Das macht den Bau von freistehenden, vom eigentlichen Haus unabhängigen Objekten notwendig. Auf diese Weise muss die Fassade nicht angebohrt werden“, erklärt Mostögl.

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