Fix: Der Gartengroßmarkt Dehner hat alle Bewilligungen, wird in Villach-Perau bauen. Der Obmann der Kärntner Blumengroßhändler, Michael Schludermann, sieht die Ansiedelung kritisch.

Geredet wird schon länger, nun ist es fix: Der deutsche Gartenriese Dehner wird einen Markt in Villach-Perau, neben Zgonc, errichten. Die letzten ausstehenden Bewilligungen des Landes gingen Ende April ein „Wir planen in Villach einen Markt zu eröffnen und befinden uns im Austausch mit der Stadt“, lässt der Konzern ausrichten.

„Keine neuen Arbeitsplätze“
Doch die Freude über die geplante Ansiedelung ist nicht ungetrübt. Harsch fällt etwa die Kritik seitens der Wirtschaftskammer, Sparte Blumengroßhandel aus. Der Villacher Obmann des Kärntner Blumengroßhandels, Michael Schludermann (Blumenhof) zum DRAUSTÄDTER: „In unserer Branche gibt es sicherlich keinen zusätzlichen Bedarf. Der Markt ist gesättigt und mehr Bevölkerung um eine größere Nachfrage abzudecken wird es auch nicht geben.“ Er sieht die heimischen Betriebe in Gefahr: „Solche Ansiedelungen sind ein gegenseitiges Abgraben. Da werden langfristig keine neuen Arbeitsplätze geschaffen, da heimischen Betriebe vom Markt gedrängt werden.“ Laut Schludermann würde der Blumenmarkt nicht nur in Österreich stagnieren: „Für Großkonzerne aus dem Ausland bleibt dann nur die Möglichkeit der Expansion in andere Länder.“ Dazu komme, dass der betreffende Konzern in anderen Städten zusätzlich eine Zoohandlung betreibe. „Wird das auch in Villach realisiert, sind die ersten die zusperren müssen, kleine Zoohandlungen in der Innenstadt“, ist der WK-Obmann überzeugt. Ähnlich argumentiert Floristin Gudrun Wasserman Morgenfurt von „Gudruns Blumengeflüster“: „Mit solchen Ansiedelungen macht man die Fachhändler eher kaputt, als ihnen zu helfen. Wassermann Morgenfurt weiter: „Blumen gibt es heutzutage schon überall, auch bei den Diskontern. Ob die einen Blumenstrauß verkaufen oder nicht, ist ihnen egal. Wir Fachbetriebe leben davon.“

Aussprache angedacht
Über die Kritik der Wirtschaftskammer weiß Stadtrat Harald Sobe, zuständig für Bauangelegenheiten, Bescheid. „Wir werden mit Dehner darüber reden und auch einen Austausch zwischen dem Konzern und der Wirtschaftskammer anregen.“ Nachvollziehen kann der Stadtrat die kritischen Stimmen jedoch nicht: „Seitens Dehner wurden alle Anforderungen für eine Ansiedelung erfolgreich erfüllt. Das könnten wir nicht einmal aufhalten, wenn wir es wollten.“ Andererseits stellt Sobe das Prinzip der freien Marktwirtschaft in den Vordergrund: „Ich denke, dass Wettbewerb auch fördernd sein kann. Den gibt es in anderen Sparten genauso.“ Auch führe Dehner „hauptsächlich Gartenmöbel.“ Für Diskussionen für oder wider einer Ansiedlung des Gartenmarktes sei es ohnehin zu spät. Sobe: „Der Gartengroßmarkt ist beschlossene Sache. Die Bemühungen waren auch lange bekannt.“

Nicht innenstadtrelevant
Ein Thema für eine Innenstadtansiedelung war Dehner übrigens nie. Vom verhängten Baustopp in der Peripherie sind Gartenmöbel ausgenommen. „Das wurde auch einstimmig so beschlossen“, erklärt Sobe.

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