Zahlreiche „In-Lokale“ der St. Veiter Nachtszene haben ihre Türen in den letzten Jahren geschlossen. Nicht mehr viele Unternehmer, wie z.B. Peter Lauko mit dem Bieradies, bieten auch den Jugendlichen ein Lokal zum Feiern. Die Gemeinde allerdings ist überzeugt von einem abwechslungsreichen Angebot.
Vor allem bei den 16- bis 20-Jährigen hört man, dass diese z.B. nach Klagenfurt fahren, um dort zu feiern. „In St. Veit gibt es nur ein Lokal, das meine Musik spielt. Richtig viel los ist meistens auch nicht“, so eine der 16-Jährigen. „Klagenfurt ist nicht weit entfernt und da ist für jeden das passende Lokal dabei!“ Der ST. VEITER befragte Bürgermeister Gerhard Mock zum Thema: „Grundsätzlich haben wir in St. Veit einen abwechslungsreichen, sehr guten Mix in der Gastronomie. Beispiele wie die Neueröffnung des Bieradies mitten in der Altstadt belegen auch eine intakte Beislszene. Sicher nicht komplett ist das Angebot für die ganz jungen Menschen.“

Peter Lauko vom Bieradies

Lokalmangel.
Peter Lauko hat vor wenigen Wochen das Bieradies am Hauptplatz übernommen und bietet jeglichen Altersgruppen ein Lokal zum Feiern: „Das Nachtleben hat sich in den letzten fünf bis sechs Jahren verändert. Mit dieser Veränderung haben leider auch einige Bars geschlossen.“ Vor allem bei Jugendlichen ist das Bieradies ein sehr beliebter Treffpunkt. Unter der Woche werden Spielenachmittage angeboten, wochenends wird Party gemacht.

Zukunftsmusik.
„Man muss klar sagen, dass ein attraktives Nachtleben nicht die Kernaufgabe einer Stadt ist. Darüber hinaus sind unsere Einflussmöglichkeiten beschränkt – wie wir bei der Causa Bräuhaus-Disco leidvoll miterleben müssen. Wir als Stadtgemeinde haben zwar versucht zu vermitteln, können im Endeffekt aber nur zuschauen, wie einem jahrezehntelang erfolgreich tätigen seriösen Unternehmer das Leben schwer gemacht wird“, so Mock. Initiativen, die die Stadt in der Vergangenheit gestartet hat, sind allerdings sehr positiv angenommen worden – wie etwa die Beispiele „Parkrock“ oder das „Biergartenfest“ zeigen. Künftig möchte die Stadt mehr Eventagenturen ansprechen und St. Veit als möglichen Austragungsort für Veranstaltungen schmackhaft machen, die auch bei der Jugend ankommen.

Statement der Wirtschaftskammer.
„Das Kommunikationsentertainment ist für Jugendliche eine kurzfristige Angelegenheit und hat kaum Bindungsinteresse. Heutzutage gibt es ein völlig geändertes Kommunikationsverhalten durch „Social Media“. Unsere Unternehmer erhöhen die Kundenbindung durch Live-Musik, aber auch mit Themenabenden, Live-Übertragungen und vielen mehr. Eventuell ist ein Faktor das Fehlen eines Gesamtangebotes, wie mit Bowling, Billiard, Dart etc.. Die Kundenbindung verstärken würden eine verstärkte Kulturarbeit durch die Gemeinde sowie das Organisieren interessanter Veranstaltungen. Nicht zu vergessen sind die strengen Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes, welche von den Unternehmern sehr gewissenhaft und konsequent eingehalten werden“, so Robert Meisslitzer, WK-Präsident St. Veit/Glan.

Mag. Robert Meisslitzer, WK-Präsident St. Veit

Fotos © KRM (2), Portrait Mag. Meisslitzer © WK St. Veit