Auf Einladung von „Frau in der Wirtschaft“ erklärte Trainerin und Coach Dagmar Lercher rund 40 interessierten Teilnehmern, wie man sich vor „Zeitdieben“ schützt, mit Hilfe betrieblicher Faktoren die Burnoutgefahr deutlich verringert und sogenannte „innere Antreiber“ für sich und seine Mitarbeiter sinnvoll nutzt.

Die Zahlen sind alarmierend. Die persönlichen Schicksale, die dahinterstehen, sowieso. Aktuell sind 16 Prozent der österreichischen Bevölkerung leicht, 8 bis 10 Prozent sogar stark stressgefährdet. 60 Prozent der Neuerkrankungen bei arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen lassen sich auf Stress zurückführen. Doch Stress ist nicht gleich Burnout und es gibt wirkungsvolle Strategien, mit denen man rechtzeitig einlenken kann. Wo man für sich und seine Mitarbeiter die Hebel zur Stressvorbeugung und -bewältigung ansetzen kann, erklärte Trainerin und Coach Dagmar Lercher vergangenen Mittwoch im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Fit for Business“ von Frau in der Wirtschaft. „Die vielen Besucher und die tolle Resonanz zeigen uns, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig mit diesem Thema auseinanderzusetzen“, so Elisabeth Reichmann, Geschäftsführerin von Frau in der Wirtschaft Wolfsberg.

Reden hilft
Entscheidend sei laut Dagmar Lercher, bei einer starken Belastung rechtzeitig das Gespräch zu suchen. Das betrifft beide Seiten: Wenn der Chef merkt, dass der Mitarbeiter nicht mehr die volle Leistung bringt, muss er versuchen herauszufinden, wo das Problem steckt. Wenn es mir als Arbeitnehmer im Moment zu viel wird, muss ich das ebenfalls klar kommunizieren. „Nur so entsteht gegenseitiges Verständnis und ich kann mich auf die Suche nach einer Problemlösung machen“, so Reichmann. Passiert das nicht, kann es zu einer permanenten Überlastung kommen. „Das ist jedoch ein schleichender Prozess und Menschen tendieren dazu, erst sehr spät darauf zu reagieren“, sagt Reichmann zusammenfassend. Dagmar Lercher verglich dieses Verhalten in ihrem Referat mit dem des Frosches: Setzt man ihn in heißes Wasser, springt er sofort heraus. Kommt er in kaltes Wasser, das man auf der Herdplatte erhitzt, gewöhnt er sich an die Situation – mit tragischen Folgen!

Mach mal Pause
Für den gestressten Menschen gibt es einen Ausweg: Regenerationsphasen! „Wer sich nicht regelmäßig erholt, verlernt, sich zu erholen!“, betonte Lercher, die jedem empfiehlt, regelmäßig körperlich, gedanklich und emotional auf Distanz zur Arbeit zu gehen. Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, wie schwer oder leicht dies im Alltag umsetzbar ist, fanden die 40 Teilnehmer im Anschluss im wunderschönen Ambiente der Lounge im Lavanthaus.

Über Frau in der Wirtschaft
Frau in der Wirtschaft ist eine Serviceplattform und Interessenvertretung der Wirtschaftskammer Kärnten für Unternehmerinnen, Mitunternehmerinnen, Geschäfts­führerinnen und am Netzwerken interessierte Frauen aller Branchen. Der Fokus liegt auf Businesswissen in Form von Weiterbildungsseminaren, Netzwerken und Serviceleistungen. Frau in der Wirtschaft setzt sich auch aktiv für die Rahmenbedingungen von über 15.000 Kärntner Unternehmerinnen und Mitunternehmerinnen ein.

Aufmerksames Publikum

Starkes Delegiertenteam mit Trainerin (Mitte): Stefanie Brunner, Elisabeth Reichmann (GF FiW Wolfsberg), Dagmar Lercher (Vortragende), Gabriela Kucher-Ramprecht (Bezirksvorsitzende FiW Wolfsberg), Elisabeth Polsinger, Nina Kehraus (v. l.)

Netzwerken und Austausch

© Sabine Watl (alle)

INFO:
Wussten Sie, dass …

…es im Bezirk Wolfsberg mehr als 1.700 weibliche Gewerbetreibende gibt?

… seit 1. Jänner 2013 Selbständige unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Krankengeld haben?

….der Anspruch auf Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von max. 20 Wochen für ein und dieselbe Krankheit besteht?